Mittwoch, 18. September 2019

Europäische Zentralbank Draghi verspricht Dauer-Niedrigzinsen

EZB-Präsident Mario Draghi: "50 Basispunkte sind nicht die Untergrenze"

Die Europäische Zentralbank hat erstmals einen längeren Ausblick für die Zinsen gegeben. Die Notenbank folgt damit der Strategie der Fed. Währungshüter Mario Draghi betonte, das aktuelle Rekordtief sei keine Untergrenze. Börsianer sind begeistert. 

Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) bereitet die Finanzmärkte auf anhaltend niedrige Zinsen vor. "Der EZB-Rat geht davon aus, dass die Schlüsselzinsen in der Euro-Zone noch für eine längere Zeit auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben", sagte EZB-Präsident Mario Draghi in Frankfurt.

Die EZB werde ihren konjunkturstützenden Kurs der Geldpolitik so lange fortsetzen wie nötig. Kurz zuvor hatte die EZB-Spitze auf ihrer Sitzung beschlossen, den Leitzins wie erwartet auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent zu lassen. "50 Basispunkte sind nicht die Untergrenze", betonte Draghi. Der Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik der EZB sei sehr weit entfernt. Anfang Mai hatte die EZB den Schlüsselzins wegen der harten Rezession in weiten Teilen der Euro-Zone zuletzt gesenkt.

An den Märkten wurden die Aussagen Draghis als Hinweis auf eine noch lockere geldpolitische Linie im Stile der US-Notenbank Fed und der Bank of England gedeutet. Der Euro gab deutlich nach und sank um mehr als einen halben Cent auf gut 1,29 US-Dollar. An den europäischen Anleihemärkten gaben die Renditen spürbar nach. An den Aktienmärkten wurden die Worte positiv aufgenommen. Dax Börsen-Chart zeigen und EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen bauten ihre Gewinne aus und gewannen 2,1 beziehungsweise 2,6 Prozent.

mahi/rtr/dpa-afx

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung