Dienstag, 15. Oktober 2019

Trotz Bittbrief Zypern erhält kein neues EU-Hilfspaket

Jeroen Dijsselbloem: Euro-Gruppenchef erteilt Zypern vorerst eine Abfuhr

Zyperns Präsident hatte der Euro-Gruppe vorgeworfen, das Rettungspaket für sein Land nicht sorgfältig vorbereitet zu haben. Geholfen hat ihm sein Brief an die Euro-Partner nicht. Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem gewährt Zypern keinen Nachschlag - im Gegenteil.

Luxemburg - Zypern muss nach den Worten von Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem die Auflagen seines Rettungsplanes schnell und entschlossen umsetzen. Dies sei unabdingbar, sagte er am Donnerstag beim Treffen der Euro-Finanzminister.

Zyperns Präsidenten Nikos Anastasiades hatte zuvorin einem Brief an die Minister um günstigere Bedingungen für die vereinbarten Finanzhilfen seiner internationalen Partner gebeten. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte dazu: "Der Vorsitzende der Euro-Gruppe wird den Brief so beantworten, dass entscheidend ist, dass Zypern das vereinbarte Programm umsetzt."

In dem Brief hatte der zyprische Präsident zwar nicht ausdrücklich mehr Geld gefordert. Er warnte aber, so wie das Hilfsprogramm vereinbart sei, könne die zyprische Wirtschaft es kaum verkraften. Die Rettungsaktion sei "ohne sorgfältige Vorbereitung" gewesen.

Im Zentrum der dem Land abverlangten Sanierungen im Bankensektor steht die Bank of Cyprus, das größte Geldhaus des Landes. Dieses wird nach Darstellung von Anastasiades so geschwächt, das die gesamte Wirtschaft des Inselstaats gefährdet sei.

kst/rtr

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