Bankenkrise Finanzminister Osborne für Banker-Kerker

Großbritanniens Schatzkanzler Osborne hat sich für Gefängnisstrafen für Banker ausgesprochen, die mit waghalsigen Deals scheitern. Damit stützt Osborne die Vorschläge einer Kommission, die Konsequenzen aus der Bankenkrise ausgearbeitet hatte. Die Opposition sieht die Vorschläge kritisch.
Bankenviertel in London: Druck auf Hasardeure wächst

Bankenviertel in London: Druck auf Hasardeure wächst

Foto: FACUNDO ARRIZABALAGA/ AFP

London - Rücksichtslosen und waghalsigen Bankern könnten in Großbritannien künftig Gefängnisstrafen drohen. Schatzkanzler George Osborne unterstützte am Montag einen entsprechenden Vorschlag einer Kommission, die Konsequenzen aus der Bankenkrise ausgearbeitet hatte. Demnach sollen auch Boni-Zahlungen strenger kontrolliert werden. Entsprechende Gesetze sollen im Herbst vorgelegt werden. "Die Regierung ist entschlossen, die Standards im Bankensektor zu heben und ein stärkeres und sichereres Bankensystem zu schaffen", sagte Osborne.

So soll der neue Straftatbestand des "rücksichtslosen Fehlverhaltens" von Bankern in hohen Positionen geschaffen werden. Wer dessen schuldig befunden wird, dem droht auch eine Haftstrafe. Mit Blick auf Boni soll unter anderem festgelegt werden, dass diese zu hundert Prozent zurückgezahlt werden müssen, falls Banken vom Staat gerettet werden. Zudem sind Maßnahmen für einen besseren Wettbewerb vorgesehen, darunter zum Beispiel die Möglichkeit, schneller Konten bei Banken zu wechseln.

Osborne wandte sich gegen die Vorschläge der Kommission, die Organisation UK Financial Investments (UKFI) abzuschaffen, die die Anteile des britischen Staates an der Royal Bank of Scotland und der Lloyds Banking Group verwaltet. Die Kommission hatte kritisiert, die Regierung übe über diese zu viel Einfluss aus. Die Opposition erklärte, die Pläne seien nicht weitreichend genug.

kst/dpa-afx
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