Niedriger Ölpreis als Problem Dauerhaft billiges Öl verzögert Energiewende

Von mm-newsdesk
Ölförderung: Mit billigem Öl aus Nahost wächst die Abhängigkeit von der Region und sinkt die Bereitschaft, notwendige Investitionen in die Ölförderung und in erneuerbare Energie auch zu tätigen, warnt die Internationale Energieagentur

Ölförderung: Mit billigem Öl aus Nahost wächst die Abhängigkeit von der Region und sinkt die Bereitschaft, notwendige Investitionen in die Ölförderung und in erneuerbare Energie auch zu tätigen, warnt die Internationale Energieagentur

Foto: ? David Mdzinarishvili / Reuters/ REUTERS

Der Konsument empfindet die derzeit niedrigen Ölpreise als Segen, fällt die Tankrechnung doch deutlich niedriger aus. Die Internationale Energieagentur (IEA) allerdings warnt vor negativen Folgen dauerhaft niedriger Ölpreise.

Es bestehe die Gefahr, dass notwendige Investitionen in die Ölförderung aufgeschoben werden. Dies könne später zu einem scharfem Preisanstieg führen, heißt es im Weltenergieausblick der Organisation. Auch würden notwendige Investitionen in saubere Energien womöglich länger hinausgezögert.

Die Experten gehen davon aus, dass die Ölpreise bis 2020 wieder auf rund 80 Dollar pro Barrel steigen könnten - derzeit liegt der Preis bei etwa 45 Dollar.

Die aktuellen Niedrigpreise hätten zur Folge, dass die Nachfrage zunehmend durch Öl gedeckt wird, dessen Förderung vergleichsweise günstig sei. Dies bedeute, dass die Abhängigkeit von Öl aus Nahost zunehme, heißt es dem Bericht, der am heutigen Dienstag in London vorgestellt wird.

"Derzeit ist keine Zeit, sich auszuruhen", betonte IEA-Chef Fatih Birol. Vielmehr müsse die Phase niedriger Ölpreise genutzt werden, um mit künftigen Bedrohungen für die Energiesicherheit fertig zu werden.

Falls sich der Trend zu billigem Öl fortsetze, könne das Umsteigen auf saubere, erneuerbare Energie hinausgezögert werden. Hier müsse der Staat mit gezielten Maßnahmen nachhelfen. Mit Blick auf den bevorstehenden Klimagipfel in Paris meinte Birol, die Staats- und Regierungschefs "müssen eine klare Richtung für die beschleunigte Transformation im weltweiten Energiesektor vorgeben".

rei/dpa
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