Mittwoch, 29. Januar 2020

Wasserknappheit durch Dürre Amerikaner rollen Kunstrasen in ihren Gärten aus

Wasserreservoir Lake Mead in Nevada: Jetzt rächt sich die Verschwendungssucht der Amerikaner

Jahrzehntelang sind die Kalifornier verschwenderisch mit Wasser umgegangen. Dass sie angesichts einer jahrelangen Dürre nun sparen sollen, empört viele - vor allem Hausbesitzer mit üppigem Rasen. Zähneknirschend rollen sie verstärkt Kunstrasen im Garten aus.

Hamburg - Wasseruhren sind etwa vielen Bewohnern der kalifornischen Hauptstadt Sacramento unbekannt. Nur jeder zweite Haushalt hat einen Zähler, und so haben vor allem Gartenbesitzer jahrzehntelang arglos Wasser auf ihre Rasen gesprenkelt.

Doch diese Zeiten sind zumindest vorerst vorbei. Angesichts einer verheerenden Dürre, die den US-Bundesstaat heimsucht, wachen nun städtische Patroullien darüber, dass die Verschwendungssucht ein Ende hat. Wer seinen Rasen trotz Verbrauchsbeschränkungen sprengt, wird zunächst verwarnt und bekommt anschließend ein 50-Dollar-Bußgeld. Wer einen Wassersparkurs besucht, erhält das Geld laut einem Bericht des Wall Street Journal zurück.

Das Gefühl, an einer natürlichen Ressource sparen zu müssen, irritiert viele Betroffenen. "Wir haben Häuser für Hunderttausende Dollar gekauft, und nun dürfen wir nicht unseren Garten wässern", zitiert die Zeitung einen Anwohner.

Gouverneur ruft Notstand aus

Doch die Dürre ist erbarmungslos, die Wasserreservoire in den Bergen haben historische Tiefstände erreicht. Besonders hart ist die Landwirtschaft betroffen, die Hunderttausende Hektar in diesem Jahr nicht bewirtschaften kann. Gouverneur Jerry Brown hat bereits offiziell den Notstand ausgerufen, und gemeinsam mit Kommunen ehrgeizige Wasserspar-Pläne verkündet.

Zahlreiche Hausbesitzer ziehen bereits drastische Konsequenzen. Einige nehmen der Zeitung zufolge staatliche Programme in Anspruch, die bei der Umwandlung von Rasen in Kakteen-Beete helfen.

Nicht wenige greifen indes zur Radikallösung und ersetzen ihr verdorrtes Gras gleich durch einen Kunstrasen, wie die Huffington Post berichtet. Demnach läuft das Geschäft mit Plastikgras auch im ebenfalls betroffenen Texas prächtig.

Folgen Sie Nils-Viktor Sorge auf twitter

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung