Mittwoch, 27. Mai 2020

Nur noch 1,5 Prozent mehr Effizienz pro Jahr Trump weicht Obamas Abgasregeln auf - und geißelt "törichte" Vorstände

Ford-Händler in Kalifornien
Justin Sullivan/ Getty Images
Ford-Händler in Kalifornien

Um 5 Prozent pro Jahr sollten Autos in den USA bis 2026 effizienter werden. So sah es ein Regelwerk der US-Regierung unter Barack Obama vor. Sein Nachfolger Donald Trump hat diese strengeren Abgasregeln nun gestrichen: Künftig ist nur noch eine Effizienzsteigerung von 1,5 Prozent vorgesehen. Die Regierung teilte mit, anhand der neuen Regeln würden Autobauer über 100 Milliarden Dollar Kosten sparen. Trump hat bereits verschiedene Umweltgesetzgebungen Obamas zurückgefahren, weil sie in seinen Augen schädlich für die US-Industrie sind.

Bei Twitter schrieb Trump, das neue Regelwerk würde die Arbeitnehmer in der amerikanischen Autoindustrie unterstützen, die Vorgaben aus Obamas "Green New Deal" seien schlicht nicht einzuhalten. Zentren der Autoindustrie wie der Staat Michigan könnten wichtige Stützen einer möglichen Wiederwahl Trumps am 3. November sein. Trump nutzte die Ankündigung auch, um gegen einzelne Autobauer zu keilen, die sich freiwillig zur Einhaltung härterer Richtlinien verpflichtet haben: Autos würden mehrere tausend Dollar günstiger, Motoren würden runder laufen, das Ganze habe einen positiven Einfluss auf die Umwelt. "Törichte Vorstände!"

Im vergangenen Jahr hatten BMW, VW, Ford und Honda mit dem Bundesstaat Kalifornien vereinbart, sich künftig an dessen noch härtere Standards zu halten. Kalifornien fordert von Autobauern unter anderem steigende Verkäufe von Elektroautos. Trump hatte Kalifornien die eigenen Regeln untersagt, das Justizministerium hatte eine Untersuchung des Deals mit den Autobauern gestartet, allerdings keine weiteren Schritte eingeleitet.

Kalifornien und 22 weitere Staaten planen nun, gegen Trumps neue Regeln juristisch vorzugehen.

luk mit Reuters

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