Dienstag, 25. Februar 2020

Mit millionenschweren TV-Spots ins Weiße Haus Das irre Super-Bowl-Battle von Trump und Bloomberg

Wettstreit wie unter Schuljungen: US-Präsidentschaftsanwärter Michael Bloomberg (l.) und Amtsinhaber Donald Trump.
Nick Laham, Chip Somodevilla / Getty Images
Wettstreit wie unter Schuljungen: US-Präsidentschaftsanwärter Michael Bloomberg (l.) und Amtsinhaber Donald Trump.

Was Du kannst, das kann ich schon lange. Wie Schuljungen, so urteilt die "New York Times", benehmen sich Donald Trump und Michael Bloomberg bereits Monate vor der US-Wahl, wenn es darum geht, den jeweils anderen im beginnenden Wettstreit um das Präsidentenamt zu übertrumpfen. Die bevorzugte Waffe dabei ist Geld, denn im Gegensatz zu vielen anderen Aspiranten auf das Weiße Haus haben beide Männer bekanntlich eins gemeinsam: Sie verfügen über beinahe unbegrenzte finanzielle Mittel, die sie für ihre Kampagnen einsetzen können.

Und das tun Immobilienunternehmer und Amtsinhaber Trump sowie Medienmilliardär Bloomberg mit zunehmendem Eifer. Das vorläufig extremste Resultat werden Millionen Zuschauer beim Höhepunkt der US-amerikanischen Football- und Fernsehsaison am kommenden Sonntag (Montagfrüh europäischer Zeit) begutachten: Sowohl Trump als auch Bloomberg haben jeweils 60 Sekunden Werbezeit beim "Super Bowl", dem Endspiel um die US-Football-Meisterschaft, gebucht.

5,6 Millionen Dollar für 30 Sekunden Sendezeit

Landesweite Spots zweier Präsidentschaftskandidaten während der größten Übertragung, die das Fernsehjahr in den USA kennt, das gab es soweit bekannt bislang noch nie. Im vergangenen Jahr saßen beim Super Bowl Berichten zufolge immerhin mehr als 100 Millionen Menschen vor den Geräten. Die extrem teure Werbezeit in der Halbzeitpause wird gewöhnlich von Großkonzernen und Markenanbietern genutzt, die mit mehr oder weniger originellen Einspielern zu punkten. Schwere Kost aus der Politik will da eigentlich kaum jemand sehen.

Das scheint die beiden Polit-Promis jedoch nicht zu beirren. Schon die Art, wie es zum kuriosen Aufeinandertreffen der beiden Männer beim Super Bowl kam, lässt schmunzeln: Wie "USA Today" rekapituliert, gab es zunächst Berichte wonach US-Präsident Trump bei dem Spiel einen 30-Sekunden-Spot senden wollte. Um das zu überbieten, habe Bloomberg kurzerhand 60 Sekunden gebucht. Und nur wenige Stunden, nachdem Medien diese News verbreitet hatten, kam aus dem Trumpschen Lager wiederum die Retourkutsche: Der Mann im Weißen Haus hatte sich ebenfalls für 60 Sekunden entschieden.

Bloomberg stockt auf 60 Sekunden auf - und Trump folgt wenig später

Wohlgemerkt, 60 überaus teure Sekunden. Weil der Super Bowl das meistgesehene Fernsehereignis der USA ist, sind auch die Werbezeiten die teuersten, die das US-Mediengeschäft zu bieten hat. Schon für 30 Sekunden in der Halbzeitpause des Footballspiels, das der TV-Sender Fox in diesem Jahr aus Miami/Florida übertragen wird, sind nach Angaben von CNBC 5,6 Millionen Dollar fällig. Sowohl Trump als auch Bloomberg dürften also für die Ausstrahlung ihrer Reklamefilmchen mit hoher Wahrscheinlichkeit jeweils mehr als zehn Millionen Dollar an Fox überwiesen haben, von den Produktionskosten ganz zu schweigen.

Weder für Trump noch für Bloomberg dürfte die Rechnung für diese Wahlwerbung allerdings das größte Problem darstellen, schließlich sitzen beide auf einem Milliardenvermögen. Trump verfügt laut "Forbes" über ein Privatvermögen von 3,1 Milliarden Dollar, bei Bloomberg sind es rund 60 Milliarden, was den Medientycoon dem US-Magazin zufolge zum neuntreichsten Menschen der Welt macht.

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