Oscar-Preisträger und Wahl-Orakel Michael Moore glaubt, Trump hält sich keine vier Jahre im Amt

Kurze Amtszeit: Trump-Kritiker Moore (links) erwartet eine Amtsenthebung oder einen Rücktritt von Trump

Kurze Amtszeit: Trump-Kritiker Moore (links) erwartet eine Amtsenthebung oder einen Rücktritt von Trump

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Den Wahlsieg Donald Trumps, den die meisten bis zuletzt nicht für möglich gehalten hatten, hatte der linke Filmemacher Michael Moore schon Monate zuvor korrekt vorausgesagt. Jetzt legt der Oscar-Preisträger nach: In einem TV-Interview prophezeite Moore, Trump werde sich keine vier Jahre im Weißen Haus halten. Vielmehr werde seine Präsidentschaft schon vorher enden - entweder per Amtsenthebung oder per Rücktritt.

Wie bei seiner korrekten Vorhersage des Wahlausgangs belässt es Moore auch diesmal nicht bei der bloßen Prognose. Vielmehr gibt er auch eine Begründung dazu, und die erscheint keineswegs aus der Luft gegriffen.

"Folgendes wird passieren", so Moore gegenüber dem US-Sender MSNBC. "Wir werden keine vollen vier Jahre unter Donald Trump zu leiden haben, weil er keine Ideologie hat außer der Ideologie namens Donald Trump."

Und weiter: "Wenn Sie einen Narzissten wie ihn haben, der so extrem auf sich selbst bezogen ist, dann wird er, möglicherweise unabsichtlich, Gesetze brechen. Er wird Gesetze brechen, weil er ausschließlich daran denkt, was das Beste für ihn selbst ist."

Historiker erwartet ebenfalls Trumps frühes Ende

Eine Amtsenthebung oder einen Rücktritt zu prophezeien, noch bevor jemand überhaupt im Amt ist, das erscheint - Argumente hin oder her - mindestens kühn. Im Falle Moores dürfte es zudem wenigstens zum Teil seiner linken politischen Haltung geschuldet sein.

Dennoch: Der Filmemacher ("Bowling for Columbine") ist nicht der einzige, der Trump keine allzu lange Zukunft im Weißen Haus vorhersagt. Der "New York Times"-Kolumnist David Brooks etwa schrieb ebenfalls, Trump werde vermutlich innerhalb des ersten Jahres zurücktreten oder seines Amtes enthoben.

Und auch US-Professor Allan Lichtman hat eine vergleichbare Vision, allerdings mit einem etwas anderen Szenario: Der republikanisch dominierte Kongress werde Trump aus dem Amt befördern, sagte der Historiker der "Washington Post". Der Grund: "Sie können ihn nicht kontrollieren, er ist unberechenbar." Viel lieber sähe der Kongress laut Lichtman den künftigen Vize-Präsidenten Mike Pence, einen linientreuen Republikaner, als Topmann im Oval Office.

Wie Moore ist sich auch Professor Lichtman sicher, Trump werde sicher irgendeinen Anlass für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren liefern. Dabei kommt auch Lichtmans These besonderes Gewicht zu: Immerhin hat er die Ergebnisse der vergangenen neun Präsidentschaftswahlen in den USA korrekt vorhergesagt.

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