Dienstag, 28. Januar 2020

Gipfel mit Apple, Google, Facebook und Co. Trump lädt Tech-Bosse in seinen Tower - aber wer wird kommen?

Trumps Tech-Gipfel: Wer kommt - und wer nicht
REUTERS

Wer ist eingeladen? Wer wird kommen? Und wer eher nicht? Diese Fragen werden zurzeit heiß diskutiert, im Vorfeld eines Meetings von Donald Trump mit einigen Größen der US-Tech-Industrie, zu dem der designierte US-Präsident am kommenden Mittwoch in den Trump Tower in New York geladen hat.

Aber wen hat er eigentlich eingeladen? US-Medien spekulieren bereits fleißig. So viel steht offenbar bislang fest: Apple-Chef Tim Cook hat seine Teilnahme an der Besprechung zugesagt, ebenso wie Alphabet-CEO Larry Page, Facebooks Sheryl Sandberg, Microsoft-Chef Satya Nadella sowie Brian Krzanich von Intel. Zudem werden offenbar Cisco-CEO Chuck Robbins, Ginni Rometty von IBM sowie Oracle-Co-CEO Safra Catz zu dem Meeting erwartet.

Damit darf das Treffen schon jetzt als veritabler Tech-Gipfel bezeichnet werden. Und die Gästeliste dürfte noch länger werden. Amazon-Chef Jeff Bezos etwa überlegt nach Angaben des US-Techportals Recode noch, ob er anreisen soll. Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk habe eigentlich andere Termine, könnte aber möglicherweise kurzfristig umdisponieren, heißt es ebenfalls dort.

Es dürfte also eine illustre Runde werden, die sich am Mittwoch im Trump Tower zusammenfindet. Und Gesprächsthemen gibt es zweifellos genug. Zunächst geht es vermutlich darum, überhaupt einen Faden zueinander zu finden. Die US-Tech-Branche befindet sich größtenteils auf Distanz zum kommenden US-Präsidenten Trump, den die Gründer aus dem Silicon Valley für wenig innovationsfreudig halten. Im Wahlkampf haben sie daher zum Teil offen Front gegen Trump gemacht und überwiegend dessen demokratische Konkurrentin Hillary Clinton unterstützt.

Tech-Gipfel 2011: US-Präsident Obama an einem Tisch mit Jobs, Zuckerberg, Schmidt und Co.
REUTERS/ The White House
Tech-Gipfel 2011: US-Präsident Obama an einem Tisch mit Jobs, Zuckerberg, Schmidt und Co.

Auch zum bisherigen Präsidenten Barack Obama pflegte die Branche ein besseres Verhältnis. Obama gilt als offen für neue Technologien. 2011 hatte auch er die führenden Köpfe der Szene zu einem Gipfel an einen Tisch gebeten - die Runde war unter anderem mit dem seinerzeitigen Apple-Chef Steve Jobs, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sowie dem seinerzeitigen Google-CEO Eric Schmidt ebenfalls hochkarätig besetzt.

Donald Trump dagegen ist - abgesehen von seinem exzessiven Hang zum Twittern - dem Vernehmen nach kein großer Fan der Digitalisierung. Sein Interesse gilt neben dem Immobiliengeschäft eher der Öl- und Gasindustrie sowie Big Pharma, denen er im Wahlkampf weitreichende Versprechungen machte. Trumps gegenwärtige Regierungsbildung lässt zudem eine Nähe zum Finanzestablishment der Wall Street erkennen, die manch einen wohl überraschen dürfte.

Ein Schwenk im Weißen Haus also, der auch an der Börse schon bemerkt wurde: Während die Aktien von US-Ölfirmen, -Pharmakonzernen und -Banken seit der US-Wahl haussieren, stehen die Papiere aus dem Silicon Valley unter Druck.

Doch Trump gibt sich offenbar Mühe, den Kontakt zu den Tech-Größen zu finden. Wie US-Medien berichten, war bei der Organisation des Gipfels neben Trumps designiertem Stabschef Reince Priebus sowie seinem Schwiegersohn und Berater Jared Kushner vor allem der deutschstämmige Milliardär und Tech-Investor Peter Thiel aktiv. Thiel hatte sich bereits im Wahlkampf als einer der wenigen aus der Tech-Szene für Trump stark gemacht.

Wenn sich Trump am Mittwoch mit den Branchengrößen zusammensetzt, dürfte es also einiges zu besprechen geben: Die denkbare Agenda reicht von der Produktion im Ausland, an der viele Tech-Firmen festhalten, und die Trump ein Dorn im Auge ist, über Importzölle bis hin zu möglichen Steuererleichterungen für den Fall, dass die Konzerne ihre vielen Milliarden Dollar an Cash, die sie zum Teil im Ausland horten, in die USA transferieren sollten.

Von einigen der derzeit spannendsten Köpfe des Tech-Betriebs ist indes bereits bekannt, dass sie nicht zu Trump nach New York reisen werden. Brian Chesky vom Übernachtungsportal Airbnb etwa sei außer Landes, schreibt Recode. Gleiches gelte für Uber-Chef Travis Kalanick. Zudem stünden nicht auf der Gästeliste: Netflix-Chef Reed Hastings, Salesforce-CEO Marc Benioff, Slack-CEO Stewart Butterfield sowie Dropbox-Chef Drew Houston.

Und dann ist da noch Twitter-Chef Jack Dorsey. Laut Recode wusste Dorsey zuletzt nicht genau, ob er überhaupt eingeladen sei. Es sei jedoch gut möglich, dass Trump diese Unklarheit in Kürze ausräume - mit einem Tweet zum Beispiel.

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