Donnerstag, 23. Januar 2020

Geheimtreffen Trump-Familie suchte Hilfe aus dem Kreml

Donald Trump Jr. (Archivbild)

Der älteste Sohn von US-Präsident Donald Trump hat sich offenbar während des Wahlkampfs im Juni 2016 mit einer russischen Anwältin getroffen, die belastende Informationen über Trumps Konkurrentin Hillary Clinton versprochen habe. Das berichten "New York Times" und "Washington Post".

Ein Sohn von US-Präsident Donald Trump hat sich Presseberichten zufolge im Wahlkampf 2016 mit einer russischen Anwältin getroffen, die kompromittierende Informationen über Trumps demokratische Rivalin Hillary Clinton in Aussicht gestellt habe.

Die "New York Times" und die "Washington Post" berichteten am Sonntag unter Berufung auf drei Berater des US-Präsidialamts, die Anwältin habe Verbindungen zum russischen Präsidialamt gehabt. An dem Treffen hätten neben Donald Trump Jr. auch der Schwiegersohn des Präsidenten, Jared Kushner, und Trumps ehemaliger Wahlkampfmanager Paul Manafort teilgenommen.

Das Blatt zitierte eine Stellungnahme von Donald Trump Jr., wonach dieser die Begegnung mit der Anwältin Natalia Veselnizkaja einräumte. "Nach dem Austausch von Freundlichkeiten erklärte die Frau, sie habe Informationen, dass Personen mit Verbindungen zu Russland das Democratic National Committee finanzierten und Frau Clinton unterstützten. Ihre Äußerungen waren vage, unklar und ergaben keinen Sinn. Es wurden keine Details oder unterstützende Informationen genannt oder angeboten. Es wurde schnell klar, dass sie keine bedeutsamen Informationen hatte", wurde der Präsidenten-Sohn zitiert. Das Democratic National Committee ist die Parteiorganisation der Demokraten.

Ein Sprecher des Anwaltsteams des US-Präsidenten sagte, dieser habe an fraglichem Treffen nicht teilgenommen und auch nichts davon gewusst. Laut "New York Times" sei das Treffen die erste öffentliche Bestätigung, dass einige Mitglieder von Trumps Wahlkampfteam bereit gewesen seien, "russische Hilfe anzunehmen".

Trump hatte die Wahl im November gegen Clinton gewonnen. In den USA gehen derzeit mehrere Gremien dem Verdacht nach, Russland habe durch das Ausspionieren vertraulicher Daten die US-Präsidentenwahl beeinflusst. Zudem geht es um die Frage, ob es geheime Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Vertretern der Moskauer Regierung gab. Trump weist dies ebenso zurück wie Russland den Vorwurf einer Einmischung in den Wahlkampf.

rei/Reuters/dpa

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