Mittwoch, 27. Mai 2020

Coronavirus und seine Folgen Mehrheit der Deutschen für baldige Grenzöffnung

Griechenland plant Quarantänepflicht für Urlauber teilweise aufzuheben
Heinz Troll/Daios Hotels
Griechenland plant Quarantänepflicht für Urlauber teilweise aufzuheben

  • Die Zahl der festgestellten Infektionen in Deutschland erhöht sich laut RKI um 913 auf 173.152.
  • Die Corona-Krise wird der Weltwirtschaft in diesem Jahr Einbußen von 5,8 bis 8,8 Billionen Dollar bringen.
  • Deutschland rutscht wegen Corona-Krise in eine Rezession.
  • CSU-Chef Markus Söder gegen Halbverstaatlichung der Lufthansa.

18.14 Uhr - 55 Prozent der Deutschen sind nach Angaben des neuen ZDF-Politbarometers dafür, dass die Grenzen bald wieder vollständig geöffnet werden. 41 Prozent lehnen dies ab. Eine knappe Mehrheit sagt, dass die Corona-Krise ihre Sommerurlaubsplanung bereits beeinträchtigt habe.

16 Uhr: Tschechien lockert die Corona-Beschränkungen. Ab dem 25. Mai sollen Restaurants, Hotels und Schwimmbäder wieder öffnen, kündigen die Gesundheitsbehörden an. Damit sollen auch größere Veranstaltungen wieder möglich werden. Die Maskenpflicht im Freien soll fallen, aber weiter im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften gelten. Der tschechische Profifußball will den Spielbetrieb am 23. Mai wieder aufnehmen.

- Österreich will Theater und Kinos schrittweise wieder öffnen. In zwei Wochen sollen kulturelle Veranstaltungen mit Bestuhlung bis 100 Personen erlaubt werden. Ab 1. August sollen dann auch wieder Veranstaltungen bis zu 1000 Personen möglich sein. Die Zahl der Neuinfektionen in Österreich war in den vergangenen Wochen stark zurückgegangen. Geschäfte und Restaurants in dem Land sind unter strengen Auflagen bereits wieder geöffnet.

- Norwegen wird aller Voraussicht nach die Beschränkungen für Reisen ins Ausland und Einreisen bis zum 20. August verlängern. Das kündigt Regierungschefin Erna Solberg an. Die Regierung rät derzeit von allen nicht unbedingt notwendigen Reisen ins Ausland ab. Einreisende müssen sich in eine zehntägige Quarantäne begeben. Ausländer ohne Aufenthalts- oder Arbeitsberechtigung dürfen nicht ins Land kommen.

- In Dänemark registrieren die Behörden erstmals seit zwei Monaten keinen Coronavirus-Toten. Am Donnerstag sei kein Patient der Infektion erlegen. Das habe es zuletzt am 13. März gegeben. Bislang sind in dem Land 537 Menschen im Zuge der Pandemie gestorben. Mit dem Virus angesteckt haben sich 10.791 Menschen.

14.00 Uhr - Finanzielle Hilfen für Kunst und Kultur in Deutschland werden laut Finanzminister Olaf Scholz Teil des Konjunkturpakets sein, das die Regierung Anfang Juni verabschieden will. Das sagt der SPD-Politiker im Bundestag.

- Die Bundesregierung rechnet mit einer Einsatzfähigkeit der App zur Nachverfolgung von Corona-Kontakten bis Mitte Juni. Das sei in etwa die zeitliche Vorgabe, sagt Regierungssprecher Steffen Seibert. Die Entwicklung sei im vollen Gange. Die Einführung solle von einer Werbekampagne begleitet werden, um möglichst viele Menschen, zum freiwilligen Einsatz der App zu bewegen. Über die App sollen Menschen, die Kontakt mit einem Infizierten hatten, informiert und gewarnt werden.

13.00 Uhr - Der Autobauer BMW beginnt mit der angekündigten Herstellung von Atemschutzmasken in Deutschland. Zwei vollautomatische Anlagen produzieren im Werk Wackersdorf bei Regensburg täglich insgesamt bis zu 200.000 Mund-Nase-Masken, mit denen sich BMW-Mitarbeiter vor dem Coronavirus schützen sollen. Spezialmaschinen und Rohmaterial stammen ebenfalls aus Bayern. Die Maschinen lieferte der zum chinesischen Autozulieferer Ningbo Joyson Electronic gehörende deutsche Hersteller PIA Automation. Vliesstoffe kommen vom bayerischen Textilkonzern Sandler. Die Bundesregierung will die heimische Produktion von Masken und weiterer medizinischer Ausrüstung ankurbeln.

12.45 Uhr - Das Ifo-Institut hat im Auftrag des bayerischen Wirtschaftsministeriums Vorschläge zur Konjunkturförderung nach der Corona-Krise erarbeitet. Die Kernpunkte sind: Geringverdiener sollten bei der Einkommensteuer entlastet werden, Unternehmen sollten bei der Steuer heutige Verluste mit früheren Gewinnen verrechnen und Investitionen schneller abschreiben dürfen, und Staat und Kommunen sollten mehr investieren.

12.30 Uhr- EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will ihren Vorschlag für ein Programm zur wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise am 27. Mai vorlegen. Dies teilte ihr Sprecher Eric Mamer am Freitag mit. Ursprünglich war der Vorschlag bereits Anfang Mai erwartet worden. Doch sind Details so umstritten, dass sich die Präsentation immer wieder verzögert.

Von der Leyen hat den Auftrag der EU-Staaten, ein Investitionsprogramm in Billionenhöhe zu erarbeiten, das in den nächsten siebenjährigen EU-Haushaltsrahmen eingebettet werden soll. Zur Finanzierung will von der Leyen die Aufnahme von Schulden am Kapitalmarkt auf Grundlage von Garantien der EU-Staaten vorschlagen. Umstritten ist aber nicht nur die genaue Finanzierung. Unklar ist auch, wie viel Geld für den Wiederaufbau gebraucht wird, ob es als Kredit oder Zuwendung vergeben und wofür es verwendet wird.

- Das traditionelle Urlaubsland Griechenland plant die Quarantänepflicht für Urlauber aus einigen Staaten aufzuheben. Dies soll allerdings auf bilateraler Ebene vereinbart werden. "Tourismus mit Quarantäne kann es nicht geben", erklärte Regierungssprecher Stelios Petsas am Freitag im griechischen Fernsehsender Mega. Athen hatte bereits die Vorschläge der EU-Kommission begrüßt, die Reisebeschränkungen zwischen Ländern mit einer ähnlich positiven Corona-Lage wegfallen zu lassen. Athen führt nach Informationen aus Regierungskreisen bilaterale Gespräche mit Zypern, Österreich, Tschechien, Bulgarien und auch mit Israel mit dem Ziel, die Reisebeschränkungen - allen voran die 14-tägige Quarantänepflicht - aufzuheben.

Kommenden Montag wird Griechenland eine Reihe von Reiseeinschränkungen innerhalb des Landes aufheben. Reisen auf dem Festland und nach Kreta werden frei sein. Am 25. Mai sollen Reisen zu allen Inseln erlaubt werden. Stufenweise beginnen Ende Mai und im Juni erneut Flüge aus Griechenland nach Deutschland und anderen EU-Staaten, teilten Fluglinien mit. Am Montag sollen auch alle offenen archäologischen Stätten wie die Akropolis von Athen für die Besucher öffnen

12.00 Uhr - Die Corona-Pandemie macht auch Dr. Oetker Sorgen. "Die zu erwartenden erheblichen konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise werden auch uns als Hersteller von Nahrungsmitteln treffen", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Albert Christmann, am Freitag. Bereits Mitte März sei durch die Schließungen in der Gastronomie das Großverbraucher-Geschäft eingebrochen. Andere Sortimente, wie das Dekor-Geschäft, verzeichneten ebenfalls Einbußen. Umsatzzuwächse im Pizza- und Nahrungsmittelgeschäft für den häuslichen Konsum in den vergangenen Wochen seien dagegen zumindest teilweise auf Bevorratung zurückzuführen. Die Ungewissheit über den weiteren Verlauf der Pandemie mache es aktuell sehr schwer, eine belastbare Prognose für den Verlauf des Geschäftsjahres zu geben, sagte Christmann.

11.30 Uhr- Bei der großangelegten Corona-Testung in einem Schlachthof im Landkreis Straubing-Bogen ist das Virus bei 59 Menschen festgestellt worden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Kreisen der Gesundheitsbehörden. Zuvor war bei 18 Mitarbeitern das Coronavirus nachgewiesen worden. Daraufhin hatten die Behörden eine Reihenuntersuchung aller rund 1000 Mitarbeiter angeordnet. Damit sind nach jetzigem Stand insgesamt 77 Beschäftigte infiziert. Rund 150 weitere Mitarbeiter sollen aber noch getestet werden, die bislang bei den Tests verhindert waren.

Der Bundesrat hat die geplante Aufstockung des Kurzarbeitergeldes beschlossen
Ole Spata/dpa
Der Bundesrat hat die geplante Aufstockung des Kurzarbeitergeldes beschlossen

11.00 Uhr - Nach der Erhöhung des Kurzarbeitergeldes hat der Bundesrat nun auch den Weg für mehr Corona-Tests in Deutschland ist freigemacht: Der Bundesrat billigte am Freitag das neue Pandemieschutzgesetz, das der Bundestag erst am Donnerstag beschlossen hatte. Die Neuregelung legt fest, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Tests auch dann bezahlen müssen, wenn jemand keine Symptome zeigt. Im Umfeld besonders gefährdeter Menschen - etwa in Pflegeheimen - soll verstärkt auf das Virus getestet werden.

Die Labore müssen nach der Neuregelung künftig auch negative Testergebnisse melden. Zudem müssen Gesundheitsämter es fortan mitteilen, wenn jemand als geheilt gilt. Teil des Meldewesens ist auch die Information, wo sich jemand wahrscheinlich angesteckt hat. Der Bund unterstützt die 375 Gesundheitsämter mit 50 Millionen Euro, um deren Digitalisierung voranzubringen. Beim Robert-Koch-Institut wird dauerhaft eine Kontaktstelle für den Öffentlichen Gesundheitsdienst eingerichtet.

- Die Mehrheit der Bundesbürger wünscht sich nach einer Umfrage eine schnelle und vollständige Öffnung der Grenzen innerhalb der Europäischen Union. In der am Freitag veröffentlichten Befragung des ZDF-Politbarometers plädierten 55 Prozent dafür. 41 Prozent sind dagegen. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (51 Prozent) sehen wegen der Corona-Pandemie ihre Urlaubspläne beeinträchtigt. Ein Drittel hat der Umfrage zufolge keine Reisepläne für den Sommer.

Außenminister Heiko Maas (SPD) will nächste Woche mit Kollegen aus beliebten Urlaubsländern beraten, wie die Reisebeschränkungen nach und nach gelockert werden können. Innenminister Horst Seehofer (CSU) will die Grenzen mit Frankreich, Österreich und der Schweiz frühestens am 15. Juni öffnen. Der Grenzverkehr nach Luxemburg soll an diesem Samstag normalisiert werden.

- Die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) warnt, dass sie angesichts der besonderen Herausforderungen durch die COVID-19-Krise und die damit verbundene Zunahme der Unsicherheit in vielen Lebensbereichen einen signifikanten Anstieg betrügerischer Aktivitäten feststellt. Die Betrüger scheuen dabei auch nicht davor zurück, dazu auch gefälschte FMA-Internet-Domains oder gefälschten FMA-E-Mail-Adressen der österreichischen Finanzmarktaufsicht zu verwenden. So versuchen Betrüger derzeit vermehrt, auch unter Ausnutzung der besonderen Herausforderungen für Mitarbeiter von Unternehmen, wie etwa das Teleworking und Home Office, durch gefälschte E-Mails von Vorgesetzten, insbesondere von Mitgliedern der Geschäftsleitung, Überweisungen unter Umgehung der üblichen internen Kontrollstandards betrügerisch herauszulocken.

10.45 Uhr - Die Corona-Krise hat die polnische Wirtschaft im ersten Quartal weniger gebremst als befürchtet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie eine erste Schätzung des Statistikamts am Freitag ergab. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 1,3 Prozent gerechnet. Im Vorquartal hatte es einen Anstieg von 3,2 Prozent gegeben. Saisonbereinigt schrumpfte das BIP im ersten Quartal um 0,5 Prozent. Hier hatten Experten einen Rückgang von 1,2 Prozent erwartet.

- Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen haben am Freitag ihre gemeinsamen Grenzen wieder geöffnet. Die Bürger der drei Nachbarländer im Nordosten Europas dürfen nun wieder frei innerhalb des Baltikums reisen, ohne sich wegen der Corona-Krise für zwei Wochen in Selbstisolation begeben zu müssen. Wer aus Drittstaaten einreist, muss weiterhin 14 Tage zuhause in Quarantäne.

10.30 Uhr - Der Bundesrat hat am Freitag die geplante Aufstockung des Kurzarbeitergeldes beschlossen. Nachdem am Donnerstag auch schon der Bundestag den Weg dafür freigemacht hatte, können die Ausnahmeregelungen für die Corona-Krise nun kommen. Normalerweise zahlt die Bundesagentur für Arbeit, wenn Beschäftigte auf Kurzarbeit sind, 60 Prozent des letzten Nettolohns oder 67 Prozent für Menschen mit Kindern. Nun soll es ab dem vierten Monat des Bezugs 70 Prozent beziehungsweise 77 Prozent geben, ab dem siebten Bezugsmonat 80 Prozent oder 87 Prozent. Dies soll bis längstens 31. Dezember 2020 gelten. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) wurde bis Ende April für gut zehn Millionen Menschen Kurzarbeit angemeldet.

- Wegen des Verdachts des Betrugs bei der Corona-Soforthilfe haben Ermittler mehrere Wohnungen und Geschäftsräume am Niederrhein durchsucht. Es gebe sieben Beschuldigte im Alter von 22 bis 81 Jahren, teilten Staatsanwaltschaft Kleve und Polizei am Freitag mit. Die Aktion begann bereits am Mittwoch. Bei den durchsuchten Objekten handele es sich um sieben Wohnungen und drei mutmaßliche Geschäftsräume in Kleve, Kevelaer, Goch, Rees und Viersen, hieß es. Ermittelt werde wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betruges. Die Durchsuchungen dauerten am Freitag noch an. Bisher sei Geld und in einem Fall auch Gold im Wert von etwa 25 000 Euro sichergestellt worden.

10 Uhr - Deutschland ist im Zuge der Corona-Krise in eine Rezession gerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im ersten Vierteljahr gegenüber dem Vorquartal um 2,2 Prozent, teite das Statistische Bundesamt am Freitag in Berlin mitteilte. Der Rückgang sei im Quartalsvergleich der mit Abstand stärkste seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 und der zweitstärkste seit der deutschen Wiedervereinigung. Im Schlussquartal 2019 ging die Wirtschaftsleistung nach neuer Berechnung der Wiesbadener Behörde gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent zurück. Sinkt die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer "technischen Rezession". Lesen Sie hier mehr.

09.30 Uhr - CSU-Chef Markus Söder hat sich in der Debatte über Hilfen für die Lufthansa kritisch zum derzeit diskutierten Modell einer Staatsbeteiligung von rund 25 Prozent geäußert. Die CSU sei "außerordentlich skeptisch, ob dieses Halbverstaatlichungsmodell richtig ist", sagte Söder am Freitag vor Journalisten in Berlin. "Wir glauben, dass das nicht der richtige Weg ist, die Lufthansa zu einer zweiten Deutschen Bahn zu machen." Hier sei "das letzte Wort nicht gesprochen", sagte der bayerische Ministerpräsident und betonte: "Hilfe ja, aber keine Verstaatlichung."

Die Lufthansa ist wegen der Folgen der Corona-Pandemie stark unter Druck geraten und verhandelt derzeit mit dem Bund über Staatshilfe in Höhe von neun Milliarden Euro. Im Gegenzug sind eine Staatsbeteiligung von rund 25 Prozent sowie Aufsichtsratsmandate im Gespräch. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte vor einem zu großen staatlichen Einfluss auf den Konzern gewarnt. Welche Rolle der Milliardär und Großaktionär Heinz Hermann Thiele bei der Lufthansa spielt, lesen Sie hier.

Stuttgart erlaubt Versammlungen bis zu 5000 Menschen
Marijan Murat/dpa
Stuttgart erlaubt Versammlungen bis zu 5000 Menschen

- In Stuttgart dürfen sich am Samstag bei einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen bis zu 5000 Menschen versammeln. "Es war eine Abwägung von Infektionsschutz und der Versammlungsfreiheit", erklärte Ordnungsbürgermeister Martin Schairer (CDU) zur Entscheidung der Stadt am Freitag. Das Gesundheitsamt erinnerte daran, dass Teilnehmer die Mindestabstände einhalten und bei der An- und Abreise im öffentlichen Nahverkehr Masken tragen müssten. Verstöße gegen die Maskenpflicht würden mit 300 Euro Bußgeld geahndet, warnte Schairer. Auch sollten Interessierte mit Anzeichen eines Infekts die Demonstration meiden. 500 Ordner mit Mund-Nasen-Schutz sollen bei der Veranstaltung auf dem Wasen vor Ort sein.

- In der Corona-Krise bemühen sich Reiseveranstalter händeringend um neue Kunden. FTI aus München senkt nun das Kostenrisiko bei Stornierungen: Wer bis 31. August 2020 bucht, muss keine Anzahlung leisten und kann die Reise erst zwei Wochen vor Abreise bezahlen, teilte der Veranstalter mit. Außerdem kann bis 14 Tage vor Reiseantritt kostenlos storniert werden. Die Aktion gelte für Eigenanreise-Ziele wie Deutschland, Österreich und Schweiz, wenn lediglich ein Hotel gebucht wurde, und für alle Flugpauschalreisen in Europa sowie teils auch weltweit.

09.00 Uhr - Der US-amerikanische Gesundheitskonzern Abbott bekommt wegen eines Corona-Tests Probleme mit den Behörden. Die US-Arzneimittelaufsicht FDA warnte am Donnerstagabend (Ortszeit), dass das von Abbott hergestellte Gerät womöglich falsche Ergebnisse liefere. Die FDA verwies dabei auf mehrere Studien, die Zweifel an der Zuverlässigkeit des Schnelltests aufkommen ließen. Für den Test hatte Abbott erst im März eine Notfallzulassung der FDA erhalten. Die Aktien fielen im nachbörslichen Handel in New York um mehr als drei Prozent.

08.30 Uhr - Der US-Sportartikelhersteller Nike erwartet eine Belastung der Finanzergebnisse im laufenden Geschäftsquartal durch die Corona-bedingten Filialschließungen rund um den Globus. Das teilte der Adidas- und Puma-Konkurrent am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Nike fährt zwar sein E-Commerce-Geschäft hoch, um die gestiegenen Internetbestellungen stemmen zu können. Aber je nach Land sind nach Angaben des Managements derzeit nur fünf bis 40 Prozent der Nike-Filialen offen. In mehr als 15 Ländern hat das Unternehmen nach den Schließungen im Zuge der Viruskrise wieder Geschäfte geöffnet, darunter Deutschland, Frankreich, Brasilien und die USA.

- Ein Impfstoff gegen das neue Coronavirus wird mindestens zwei Jahre lang nicht einsatzbereit sein, sagt Vas Narasimhan, CEO des Schweizer Pharmaunternehmens Novartis, das selbst keine Impfstoffe mehr herstellt, gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Novartis hat sein Impfstoffgeschäft im Jahr 2015 an GlaxoSmithKline verkauft, eines von vielen Unternehmen auf der ganzen Welt, die derzeit um die Herstellung eines Arzneimittels gegen das Coronavirus kämpfen. Einige Unternehmen testen bereits Impfstoffkandidaten am Menschen. "Die Ergebnisse der ersten klinischen Studien zu den Impfstoffkandidaten sollten im Herbst vorliegen", sagte Norvatis-CEO Vas Narasimhan "Wenn alles so läuft, wie wir es uns erhoffen, wird es 24 Monate dauern, bis wir einen Impfstoff haben."

08.00 Uhr - Das Londoner Finanzviertel Canary Wharf bereitet sich auf eine Rückkehr der Banker, Buchhalter und Anwälte an deren Arbeitsplätze vor. Es lägen dazu detaillierte Pläne vor, wie das Einrichten von Einbahnstraßen und tägliche intensive Reinigungen der Bürotürme, berichtet die "Financial Times". Noch in dieser Woche sollen neue Richtlinien an die Mieter und Pächter verteilt werden.

- Die Container-Reederei Hapag-Lloyd hofft nach einem glimpflichen Jahresstart trotz der Coronavirus-Pandemie auf eine Erholung der Wirtschaft im zweiten Halbjahr. Das Management will die Kosten des Unternehmens um einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag drücken, um in diesem Jahr wie geplant einen operativen Gewinn (Ebit) von 0,5 bis 1,0 Milliarden Euro zu erzielen. Voraussetzung sei, dass der Höhepunkt der Pandemie im zweiten Quartal erreicht wird und es mit der Weltwirtschaft danach wieder aufwärts geht, teilte Hapag-Lloyd am Freitag in Hamburg mit. Das obere Ende der Prognose sei nur erreichbar, wenn sich die Nachfrage nach Containertransporten schneller erhole als in Marktstudien erwartet.

"Auch wenn wir noch etwas Rückenwind zu Beginn des Jahres mitnehmen konnten, so rechnen wir doch für das Jahr 2020 und ab dem zweiten Quartal mit sehr deutlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie", sagte Vorstandschef Rolf Habben Jansen. Im ersten Quartal steigerte Hapag-Lloyd den Umsatz im Jahresvergleich um sechs Prozent auf gut 3,3 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank jedoch um ein Viertel auf 160 Millionen Euro. Unter dem Strich brach der Überschuss sogar um rund drei Viertel auf 22 Millionen Euro ein. Das Management erklärte die Rückgänge vor allem mit den höheren Kosten für schwefelärmeren Treibstoff und der Abwertung der Treibstoffreserven durch den Ölpreisverfall im Zuge der Corona-Krise.

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hält höhere Steuern und Abgaben zur Bewältigung der Corona-Krise für unvermeidbar
Monika Skolimowska/DPA
SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hält höhere Steuern und Abgaben zur Bewältigung der Corona-Krise für unvermeidbar

07.00 Uhr - SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hält höhere Steuern und Abgaben zur Bewältigung der Corona-Krise für unvermeidbar. Wenn die staatliche Neuverschuldung begrenzt werden solle, müsse es "zumindest in einigen Bereichen höhere Einnahmen aus Steuern und Abgaben geben", sagte Walter-Borjans der "Passauer Neuen Presse" (Freitagsausgabe). An dieser Logik führe kein Weg vorbei: "Alles andere geht nach Adam Riese nicht."

Konkrete Angaben dazu, in welchen Bereichen und in welchem Volumen Steuern und Abgaben angehoben werden könnten, machte der SPD-Vorsitzende nicht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwoch bei einem Auftritt im Bundestag Steuererhöhungen zur Finanzierung der enormen Folgekosten der Corona-Krise zum gegenwärtigen Zeitpunkt ausgeschlossen.

"Stand heute sind keinerlei Erhöhungen von Steuern und Abgaben geplant", sagte die Kanzlerin. Walter-Borjans kommentierte dies mit den Worten: "Die Kanzlerin hat erklärt, dass dies 'Stand heute' sei. Das kann ich unterschreiben."

06.00 - Der Luxusgüterkonzern Richemont hat im Geschäftsjahr 2019/2020 im Schlussquartal die Folgen der Coronakrise deutlich zu spüren bekommen. Der Gewinn brach ein und die Dividende wird gekürzt. Die Erlöse der Gruppe mit Marken wie Cartier, IWC oder Piaget nahmen im Gesamtjahr noch um 2 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro zu. Um Währungseffekte bereinigt hätten sich die Verkäufe nicht vom Fleck bewegt, teilte Richemont in einer Mitteilung am Freitag mit. Der Umsatz fiel aber im Schlussquartal, also in den Monaten Januar bis März, in Euro um 18 Prozent. In China etwa brachen die Verkäufe um gut zwei Drittel ein, in Europa und Amerika um je 9 Prozent.

05.00 Uhr - Die Zahl der festgestellten Infektionen in Deutschland erhöht sich um 913 auf 173.152, wie das Robert-Koch-Institut mitteilt. Die Zahl der registrierten Covid-19-Todesfälle steigt demnach um 101 auf 7824.

04.00 Uhr - Die Coronakrise wird der Weltwirtschaft in diesem Jahr Einbußen von 5,8 bis 8,8 Billionen Dollar bringen, wie aus einer aktualisierten Schätzung der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) hervorgeht. Das wären 6,4 bis 9,7 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts. Die Prognose ist pessimistischer als noch im April. Damals hatte die ADB noch globale Verluste von zwei bis 4,1 Billionen Dollar vorhergesagt. Inzwischen haben die Experten die Folgen der weitreichenden Corona-Restriktionen in ihre Rechnungen miteinbezogen.

- Hochrechnungen von Wissenschaftlern zufolge könnten infolge der Coronavirus-Pandemie weltweit geschätzt rund 30 Millionen geplante Operationen verschoben oder abgesagt werden. Das geht aus einer Analyse der Universität Birmingham hervor, deren Ergebnisse am Donnerstagabend veröffentlicht wurden. Die Werte gelten dabei nur unter bestimmten Voraussetzungen, etwa der, dass die Kliniken im Mittel drei Monate unter höchster Belastung stehen. Betroffen vom pandemiebedingten Aufschub sind demnach vor allem orthopädische Eingriffe wie das Einsetzen künstlicher Knie- und Hüftgelenke. Doch die Wissenschaftler rechnen auch damit, dass es weltweit gut zwei Millionen verschobene oder abgesagte Krebs-Operationen geben könnte. Allein in Großbritannien wird von etwa 36 000 verschobenen Krebs-OPs ausgegangen.

"Der Zustand von Patienten kann sich verschlechtern und ihre Lebensqualität einschränken, während sie auf eine verschobene Operation warten. In manchen Fällen, zum Beispiel bei Krebs, können verschobene Operationen zu einer Reihe von vermeidbaren Todesfällen führen", erklärte Aneel Bhangu, einer der beteiligten Forscher.

03.45 Uhr - Der US-Notenbanker Robert Kaplan plädiert für umfassende landesweite Corona-Tests. Mit einer "dramatischen nationalen Testinitiative" könne eine relativ rasche Erholung der Wirtschaft von der Krise erreicht werden, sagt der Chef des Notenbank-Ablegers in Dallas dem TV-Sender KERA. "Warum nicht Hunderte von Milliarden Dollar ausgeben oder Dutzende von Milliarden Dollar, um zu verhindern, das man Billionen mehr ausgeben muss? Das ist ganz klar von höchster Priorität."

03.30 Uhr - Die weltweit in Verbindung mit dem neuartigen Coronavirus festgestellten Todesfälle haben die Marke von 300.000 überschritten. Das ergeben Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach nähert sich die Zahl der registrierten Infektionen 4,5 Millionen an.

03.00 Uhr - In China steigt die Zahl der festgestellten Infektionen um vier (Vortag: drei) auf 82.933. Bei allen neuen Fällen handelt es sich um Ansteckungen im Inland, wie die Gesundheitsbehörden mitteilen. Die Totenzahl bleibt bei 4633.

01.30 Uhr - Aus Brasilien wird eine Rekordzahl der Neuinfektionen gemeldet. Nach Daten des Gesundheitsministeriums erhöht sich die Zahl der festgestellten Ansteckungen um 13.944 auf 202.918. Die Zahl der Toten steigt um 844 auf 13.933.

01.00 Uhr - Der Konjunktureinbruch wird zu spürbaren Einnahmeausfällen bei den Gewerkschaften führen, wie das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf Berechnungen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) berichtet. Die IG Metall sei am stärksten betroffen. Ihr dürften demzufolge binnen eines Jahres mehr als 21 Millionen Euro an Mitgliedsbeiträgen verloren gehen, weil Beschäftigte in der Metallbranche ihre Arbeitsplätze verlieren.

00.30 Uhr - Der CDU-Haushaltsexperte Eckardt Rehberg warnt vor Steuererhöhungen zur Stärkung des Staatshaushalts in der Coronakrise. "Steuererhöhungen sind Gift, das gilt sowohl für die Vermögensabgabe als auch für die Reichensteuer", sagt er der Zeitung "Rheinische Post". "Statt dessen sollten wir Sonderabschreibungen für Unternehmen einführen, die gezielt in den Klimaschutz und Digitalisierung investieren."

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