Mittwoch, 27. Mai 2020

Coronavirus und die Folgen Dubai beantragt Verschiebung der Expo 2020

Expo-2020-Baustelle in Dubai (Archivaufnahme, Oktober 2019)
Kamran Jebreili / AP
Expo-2020-Baustelle in Dubai (Archivaufnahme, Oktober 2019)

  • Dubai hat eine Verschiebung der Weltausstellung Expo 2020 beantragt.
  • Bayer hat ein Malaria-Medikament als potenzielles Mittel gegen das Coronavirus identifiziert: Es gebe aus China sehr viele Indizien dafür, dass Resochin möglicherweise wirksam gegen Covid-19 sein könnte.
  • In Deutschland sind bis Samstagvormittag laut dpa-Zählung mehr als 85.559 Infektionen registriert worden.
  • 13 der 36 Proficlubs aus Deutschlands ersten beiden Bundesligen droht noch in der laufenden Saison die Insolvenz, berichtet der "kicker".
  • Der Chef der Wirtschaftsweisen stützt den Kurs Bundesregierung und spricht sich gegen Eurobonds aus.
  • Pflegekassen und Arbeitgeber sind offen für Corona-Boni für Pflegekräfte.
  • Delta Air Lines verliert pro Tag mehr als 60 Millionen Dollar.

19.00 Uhr - Trotz des frühlingshaften Wetters mit viel Sonne und Wärme haben sich die meisten Menschen in Deutschland am Samstag an die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie gehalten. Das berichtete zum Beispiel die Polizei aus den Küstenländern Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Verstöße waren eher die Ausnahme. Schon schwerer fiel es den Menschen in Großstädten wie Berlin, zuhause zu bleiben oder in der Öffentlichkeit zumindest Abstand zu halten.

- Der größte US-Einzelhandelskonzern will mit neuen Maßnahmen die Verbreitung des Coronavirus verringern: Ab kommender Woche wird Walmart die Flure zwischen den Regalen als Einbahnstraßen markieren, damit es für Einkäufer leichter wird, engen Kontakt mit anderen Menschen zu vermeiden. Zudem wird der Einlass für die meist riesigen Walmarkt-Läden künftig auf etwa ein Fünftel der maximalen Kapazität begrenzt. Demnach sollen ab Samstag etwa pro 90 Quadratmeter Ladenfläche nur noch fünf Kunden erlaubt sein, wie das Unternehmen am Freitag (Ortszeit) erklärte. Mitarbeiter würden dafür am Eingang die Kunden abzählen und begrenzen, hieß es.

17.15 Uhr - Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez kündigt eine Verlängerung des Notstands bis zum 26. April an. Die Einschränkungen für die Wirtschaft sollen allerdings gelockert werden, wie Sanchez sagt. Er fügt hinzu, Spanien werde "die Idee von Eurobonds nicht aufgeben". Das Land gehört zu einer Gruppe von mehreren Euro-Staaten, die zur Bewältigung der Corona-Krise gemeinschaftliche europäische Anleihen fordern. Diese werden Coronabonds oder Eurobonds genannt.

16.30 Uhr - Am ersten Tag des Coronavirus-Behandlungszentrums im Dortmunder Fußballstadion ist das neue Angebot noch verhalten angenommen worden. Am Samstagnachmittag kamen nur vereinzelt Leute zur Nordtribüne des Signal-Iduna-Parks, um sich dort auf das neuartige Coronavirus testen zu lassen. Seit diesem Wochenende steht das neue Behandlungszentrum bereit. Es wird vom Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) betrieben.

16.00 Uhr - Die diesjährige Weltausstellung in Dubai soll nach dem Willen der Veranstalter wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben werden. Die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) habe einen formalen Antrag auf Verschiebung eingereicht, teilte das zuständige Internationale Büro der Weltausstellung (BIE) am Samstag mit. Bereits am Montag hatte das Leitungsgremium in Dubai intern getagt. Die Expo soll demnach von Oktober 2021 bis März 2022 dauern, seinen Namen "Expo 2020" aber beibehalten. Eine endgültige Entscheidung der Mitgliedsstaaten des Expo-Büros steht aber noch aus.

15.30 Uhr - In Großbritannien gibt das Gesundheitsministerium einen Anstieg der Todesfälle um 20 Prozent auf 4313 bekannt und die Zahl der bestätigten Infektionen mit 41.903 an.

15.00 Uhr - Knapp drei Wochen nach Beginn der Rückholaktion der Bundesregierung sind 200.000 wegen der Corona-Krise im Ausland gestrandete Deutsche wieder zu Hause. "Das war nicht immer einfach und hat stellenweise etwas geruckelt, wie man es in dieser schwierigen Zeit auch erwarten kann", sagte Bundesaußenminister Heiko Maas am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Die 200.000 Touristen sind nach Angaben des Ministers innerhalb von 20 Tagen nach Deutschland zurücktransportiert worden. 40.000 Reisende aus Deutschland sind immer noch im Ausland und warten auf ihre Rückreise.

14.00 Uhr - Einen Tag nach dem Ende der Odyssee der Kreuzfahrtschiffe "Zaandam" und "Rotterdam" in Florida sind 72 der deutschen Passagiere nach Deutschland zurückgekehrt. Wie das Auswärtige Amt bestätigte, landeten sie am Samstagvormittag auf dem Flughafen Frankfurt am Main. Sieben Passagiere sollen noch in Florida sein. Die 79 deutschen Passagiere waren Anfang März mit der "Zaandam" zu einer Kreuzfahrt um das Kap Hoorn an der Südspitze Südamerikas aufgebrochen, konnte dann wegen mehrerer Corona-Fälle aber nicht wie geplant in Chile von Bord. Auch die Durchfahrt durch den Panamakanal vom Pazifik in die Karibik wurde erst nach langem Ringen ermöglicht. Das Einlaufen in den Hafen von Fort Lauderdale im Süden von Florida erlaubten die Behörden erst nach einer Intervention von US-Präsident Donald Trump.

12.30 Uhr - Der Bayer-Konzern äußert die Hoffnung, dass sein Malaria-Medikament Resochin bei Covid-19-Patienten erfolgreich eingesetzt werden kann. "Es gibt aus China heraus sehr vielversprechende Indizien, dass Resochin beim Einsatz gegen Covid-19 möglicherweise wirksam ist", sagt Bayer-Chef Werner Baumann dem Nachrichtensender ntv. "Und wir werden alles dafür tun, dieses Medikament in ausreichenden Mengen herzustellen, wenn es tatsächlich wirksam sein sollte." Bestehende Medikamente seien die größte Hoffnung im Kampf gegen Covid-19. Bayer gehört zu einer Reihe von Unternehmen im Wettlauf um das Corona-Mittel.

- In der Debatte über europäische Corona-Bonds zur Bewältigung der finanziellen Folgen der Corona-Krise hat sich EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni für gemeinsame Anleihen der Mitgliedstaaten ausgesprochen. "Wir brauchen ein europäisches Konjunkturprogramm und das sollte durch die Ausgabe von Anleihen finanziert werden", sagte Gentiloni der Zeitung "Die Welt" (Samstag). "Die Ausgabe von Anleihen soll zweckgebunden sein und eine einmalige Maßnahme in außergewöhnlichen Umständen. Ich denke, Deutschland und andere nordeuropäische Länder können das akzeptieren."

12.00 Uhr - In Spanien fällt die Zahl der Menschen, die in den vergangenen 24 Stunden an Covid-19 gestorben sind, auf 809 von 932 tags zuvor. Das ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums der zweite Rückgang in Folge. Insgesamt werden 11.744 Tote gezählt. Die Zahl der festgestellten Infektionen legt um 7026 auf 124.736 zu.

11.30 Uhr - In Deutschland sind bis Samstagvormittag mehr als 85.559 Infektionen (Vortag Stand 11.00: mehr als 80.500 Infektionen) mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Mindestens 1154 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 1022) mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 20.900 nachgewiesenen Fällen und mindestens 327 Toten und Nordrhein-Westfalen mit mehr als 18.500 Fällen und mindestens 224 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 160,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 102,9. Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht einmal am Tag bundesweite Zahlen. Laut RKI kommt es dabei durch das Meldeverfahren zu einem Zeitverzug, "sodass es Abweichungen hinsichtlich der Fallzahlen zu anderen Quellen geben kann".

11.00 Uhr - Laut einem Bericht des "kicker" droht 13 der 36 Proficlubs aus Deutschlands ersten beiden Fußball-Bundesligen noch in dieser Saison die Insolvenz. In der ersten Bundesliga seien vier Vereine betroffen, einer davon könne seinen Verpflichtungen nur noch bis Mai nachkommen.

10.00 Uhr - In der Corona-Krise steht New York nach Einschätzung von Bürgermeister Bill de Blasio vor einer entscheidenden Woche. Die Situation in den Krankenhäusern werde sich in der kommenden Woche zuspitzen, sagte de Blasio bei einer Pressekonferenz in der Nacht zum Samstag. "Wir werden einen riesigen Schwall erleben." Der Sonntag sei "ein entscheidender Moment, an dem wir ausgestattet und vorbereitet sein müssen, für den sehr schwierigen Kampf, den wir vor uns haben". Der Bundesstaat New York gilt als eines der Zentren der Pandemie in den Vereinigten Staaten, hier gibt es mehr Infizierte als in ganz Deutschland.

7.00 Uhr - Das erneute Anlaufen der Wirtschaft in China spürt auch der internationale Güterverkehr. Die Zugzahlen von China nach Deutschland stiegen wieder, teilte etwa die Deutsche-Bahn-Tochter DB Cargo mit. Zugleich dreht sich die Richtung des Warenverkehrs von und nach China.

5.30 Uhr - Angesichts der Belastungen von Pflegekräften in der Corona-Krise zeigen sich Pflegekassen und Arbeitgeber offen für Bonuszahlungen von bis zu 1500 Euro. Pflegekräfte leisteten unter Corona-Bedingungen Herausragendes und dies sollte auch besonders honoriert werden, sagte Florian Lanz, Sprecher des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), der auch die Pflegekassen vertritt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag). Der Vizepräsident des Arbeitgeberverbands Pflege, Friedhelm Fiedler, sagte der "Bild"-Zeitung: "Wir sind offen für einen einmaligen Bonus in Höhe von bis zu 1500 Euro."

5.00 Uhr - Deutschlands Brauer befürchten in der Corona-Krise massive Schäden für ihr Geschäft. 87 Prozent der Brauereien glauben, dass sie Kurzarbeit anmelden, 18 Prozent gehen sogar davon aus, Personal entlassen zu müssen, wie eine Umfrage des Deutschen Brauerbundes ergab. Vor allem kleine Brauereien sind betroffen. "Der Hauptumsatz ist weggebrochen", sagte etwa Werner Scharpf, Inhaber der gleichnamigen Kleinbrauerei im oberfränkischen Heilgersdorf in Bezug auf das deutschlandweit weggebrochene Geschäft mit der Gastronomie.

3.00 Uhr - Die US-Fluggesellschaft Delta Air Lines rechnet wegen der Corona-Krise mit einem Umsatzrückgang um 90 Prozent im zweiten Quartal. Konzernchef Ed Bastian bereitete die Mitarbeiter am Freitag (Ortszeit) in einem Memo auf harte Zeiten vor: Delta verliere derzeit jeden Tag mehr als 60 Millionen Dollar (55,5 Mio Euro), doch die Situation dürfte sich noch weiter verschlimmern. Am Samstag habe Delta rund 38.000 Passagiere befördert, normal seien zu dieser Jahreszeit 600.000.

2.30 Uhr - China hat am Samstag 19 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet; am Tag zuvor waren es 31 gewesen. Einer der neuen Fälle sei in der zentralchinesischen Provinz Hubei gemeldet worden, dem Ground Zero der Pandemie.

2.00 Uhr - In den USA ist die Zahl der Toten innerhalb von 24 Stunden um mehr als 1000 angestiegen. Die Opferzahl lag am Freitagabend (Ortszeit) nach Daten der Johns-Hopkins-Universität bei 7087 - nach 5949 am Abend zuvor. Diesen Angaben zufolge sind in den USA inzwischen mehr als 275.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nach den Daten der Universität sind die USA das am stärksten betroffene Land weltweit. Nach den laufend aktualisierten Berechnungen des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle, auf die auch das Weiße Haus Bezug genommen hat, wird der Höhepunkt der Pandemie in den USA am 16. April erwartet - mit dann mehr als 2600 Toten an diesem Tag. IHME prognostiziert, dass zum Höhepunkt der Krise Mitte des Monats mehr als 87.000 Krankenhausbetten in den USA fehlen werden, darunter fast 20.000 auf Intensivstationen.

1.30 Uhr - Der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, hat sich gegen Eurobonds ausgesprochen und den Kurs der Bundesregierung in der Debatte um die gemeinsame Finanzierung der Coronakrisen-Folgen in der EU unterstützt. Die Überlegungen von Bundesfinanzminister Olaf Scholz würden in die richtige Richtung gehen, sagte Feld der "Rheinischen Post" laut Vorabbericht. "Eine Kombination aus EU-Haushalt, europäischer Investitionsbank und ESM-Rettungsschirm sollte genügen, um die stärker vom Corona-Virus betroffenen Staaten finanziell zu stützen." Eine Einordnung der Coronabonds-Debatte von mm-Redakteur Christian Schütte finden Sie hier.

00.30 Uhr - Die US-Regierung will den Export knapper medizinischer Schutzausrüstung wegen der Ausbreitung des Coronavirus verbieten. Das kündigte US-Präsident Donald Trump am Freitagabend (Ortszeit) im Weißen Haus in Washington an. Verhindert werden solle etwa der Export von Atemschutzmasken des Typs N95, von Operationshandschuhen und anderen Produkten. "Wir brauchen diese Produkte sofort bei uns im Land", mahnte er.

- Amazon verschiebt laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters seinen Shopping-Event "Prime Day" mindestens bis in den August. Der Onlinehändler erwarte zudem bis zu 100 Millionen Dollar Einbußen, weil er deshalb überschüssige Geräte wie etwa sprachkontrollierte Lautsprecher der "Echo"-Reihe mit Abschlägen verkaufen müsse. Amazon selbst wollte den Bericht nicht kommentieren.

- Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat sich in der Corona-Krise gegen eine baldige Entwarnung ausgesprochen. "Es ist den Menschen in unserem Land gelungen, durch verantwortungsvolles Verhalten die Kurve abzuflachen", sagte Heil der "Welt". Den Trend gelte es zu verstärken und den weiteren Kurs in enger Abstimmung mit den Experten zu bestimmen. "Für Entwarnung ist es aber noch zu früh". Die Maßnahmen zeigten Wirkung. "Das gibt Hoffnung und zeigt, dass wir es in der Hand haben, durch unser Verhalten dem Virus Einhalt zu gebieten."

dpa-afx, Reuters, AP, afp

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