Dienstag, 2. Juni 2020

Coronavirus und die Folgen Hessen und Berlin erlauben Versammlungen mit bis zu 100 Personen

Passanten in einer Einkaufsstraße: Hessen will ab Samstag Versammlungen von bis zu 100 Teilnehmern wieder zulassen
Oliver Berg / DPA
Passanten in einer Einkaufsstraße: Hessen will ab Samstag Versammlungen von bis zu 100 Teilnehmern wieder zulassen

  • Hessen erlaubt Versammlungen mit bis zu 100 Teilnehmern
  • Seit Mitte März haben mehr als 33 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten ihren Job verloren.
  • Die Fußball-Bundesliga nimmt den Spielbetrieb am 16. Mai wieder auf.
  • Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt um 1284 auf 166.091.
  • Air France-KLM baut Arbeitsplätze ab, Italien stützt Alitalia mit drei Milliarden Euro.
  • Schleswig-Holstein hebt das Einreiseverbot für Touristen mit Wirkung zum 18. Mai wieder auf
  • Chinas Exporte sind im April überraschend gestiegen.

21.00 Uhr - Norwegen kündigt an, viele der seit dem 12. März geltenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens nach und nach wieder aufzuheben. Bereits am Montag sollten weiterführende Schulen wieder geöffnet werden, sagt Ministerpräsidentin Erna Solberg. Für Grundschulen und Kindergärten gilt dies bereits seit einigen Tagen. Bars und Vergnügungsparks sollten ab Anfang Juni wieder offen sein, die erste Fußball-Liga solle ab dem 16. Juni fortgeführt werden. Man habe die Ansteckung unter Kontrolle und können nun nach und nach die strengsten Maßnahmen wieder lockern, sagt Solberg.

20.00 Uhr - Der Berliner Senat lockert die wegen der Corona-Krise geltenden Beschränkungen der Versammlungsfreiheit ebenso wie das Kontaktverbot. Ab 18. Mai sind Versammlungen in geschlossenen Räumen mit bis 50 Teilnehmern wieder erlaubt. Ab 25. Mai dürfen an Versammlungen unter freiem Himmel bis zu 100 statt bisher 50 Personen teilnehmen. Das teilte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Donnerstag mit. Dabei gilt weiter ein Mindestabstand von 1,50 Metern. Nach wochenlangem Kontaktverbot dürfen die Berliner zudem zu Hause wieder mehr Gäste empfangen. Erlaubt sind ab Samstag (9. Mai) private Zusammenkünfte von Angehörigen zweier Haushalte - wenn 1,50 Meter Mindestabstand gewahrt werden. Das gilt nicht nur im öffentlichen Raum oder in Gaststätten, sondern auch in der Wohnung oder im Kleingarten, wie Geisel und Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) mitteilten.

19.00 Uhr - Die größte Automesse Europas soll nächstes Jahr vom 7. bis 12. September in München stattfinden - also eine Woche vor dem Oktoberfest. Das teilte die Messe München als Mitveranstalter der IAA am Donnerstag auf Anfrage mit. Die neue Internationale Automobilausstellung solle "sämtliche Akteure der Mobilitätskette vereinen und offene Diskussionen" umfassen.

18.00 Uhr - Das Robert Koch-Institut (RKI) stellt seine regelmäßigen Pressekonferenzen zur Corona-Pandemie vorerst ein. Man wolle die Briefings künftig anlassbezogen veranstalten, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Donnerstag in Berlin. Die Fallzahlen gingen glücklicherweise insgesamt gesehen seit längerer Zeit zurück. Per Verteiler und auf der RKI-Webseite würden weiterhin Informationen bereitgestellt. "Wir stehen natürlich auch weiter für Presseanfragen zur Verfügung", so Schaade.

17.30 Uhr - Versammlungen mit bis zu 100 Teilnehmern sind in Hessen unter Auflagen von diesem Samstag an wieder möglich. Im Ausnahmefall könnten die Behörden unter bestimmten Voraussetzungen auch höhere Teilnehmerzahlen ermöglichen, teilte die hessische Landesregierung am Donnerstag mit.

17.00 Uhr - Wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise verzichten die Abgeordneten des Bundestages auf Geld: Die Parlamentarier beschlossen am Donnerstag einstimmig, dass die automatische Erhöhung ihrer Diäten in diesem Jahr ausgesetzt wird. "Es ist das richtige Signal in einer schwierigen Zeit", erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Marco Buschmann, der wie die anderen Redner auf die teils dramatischen Einbußen für Arbeitnehmer und Selbstständige verwies.

16.00 Uhr - Die geplante Corona-Warn-App der Bundesregierung soll voraussichtlich Mitte Juni in einer ersten Version zur Verfügung stehen. Dies sei ein realistischer Zeitraum, hieß es am Donnerstag in Regierungskreisen in Berlin. Schon kommende Woche wollen die an der Entwicklung beteiligten Unternehmen T-Systems und SAP erste Informationen über Architektur und Struktur des Programmcodes für die Überprüfung durch eine breite Öffentlichkeit "Open Source" zur Verfügung stellen.

15.30 Uhr - Bundesinnenminister Horst Seehofer lehnt eine vorzeitige Grenzöffnung ab. "Es besteht Einvernehmen in der Bundesregierung, die Kontrollen zunächst bis zum 15. Mai fortzusetzen", sagt der CSU-Politiker zu "Bild". Die Grenzkontrollen seien Teil des bisherigen Erfolgs bei der Eindämmung des Infektionsgeschehens. Über das weitere Vorgehen solle in der nächsten Woche entschieden werden. Dazu gebe es Gespräche mit den Bundesländern und den angrenzenden Nachbarstaaten. Mehrere Unions-Politiker sowie Bürgermeister und Landräte an den Grenzen zur Schweiz, Frankreich und Luxemburg forderten, die Grenzkontrollen zu beenden.

15.15 Uhr - Der britische Premierminister Boris Johnson plant für die kommende Woche leichte Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen. Es werde lediglich sehr begrenzte Lockerungen geben, da die Regierung keine zweite Infektionswelle riskieren wolle, sagt ein Sprecher. Johnson werde sich dazu am Sonntag nach einer Überprüfung der derzeitigen Maßnahmen durch die Regierung äußern. Großbritannien werde "mit größter Vorsicht" voranschreiten.

Erneut stellten Millionen Menschen in den USA einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe. Damit haben seit Mitte März mehr als 33 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten ihren Job verloren. Und immer mehr Menschen in den USA demonstrieren für eine schnellere Öffnung
imago images/ZUMA Wire
Erneut stellten Millionen Menschen in den USA einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe. Damit haben seit Mitte März mehr als 33 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten ihren Job verloren. Und immer mehr Menschen in den USA demonstrieren für eine schnellere Öffnung

14.45 Uhr - In den USA haben infolge der Corona-Pandemie erneut Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. In der Woche bis zum 2. Mai wurden rund 3,2 Millionen Neuanträge registriert, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Volkswirte hatten mit 3,0 Millionen Erstanträgen gerechnet. In den sechs Wochen zuvor hatten bereits 30,2 Millionen Menschen einen solchen Antrag gestellt - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Damit haben seit Mitte März mehr als 33 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten ihren Job verloren. Allerdings nimmt die Zahl der Anträge seit fünf Wochen kontinuierlich ab. Der Höhepunkt wurde in der Woche bis zum 28. März mit 6,86 Millionen erreicht.

Die Virus-Krise hat dem jahrelangen Boom am US-Jobmarkt ein jähes Ende bereitet und Massenarbeitslosigkeit ausgelöst. Für den am Freitag anstehenden Jobmarktbericht der Regierung für April gehen Ökonomen von einem sprunghaften Anstieg der Arbeitslosenquote auf 16,0 Prozent von 4,4 Prozent im März aus. Zugleich beziffern sie den zu erwartenden Jobabbau im vorigen Monat auf die Rekordzahl von 22 Millionen.

14.15 Uhr - Das Medikament Remdesivir des US-Unternehmens Gilead ist nun auch in Japan zur Behandlung von Covid-19-Patienten zugelassen worden. Dies teilt das Gesundheitsministerium nach einem schnellen Prüfverfahren mit. Die Zulassung war erst vor drei Tagen beantragt worden. In den USA war in der vergangenen Woche eine Notzulassung erteilt worden, nachdem erste Ergebnisse einer Regierungsstudie sehr ermutigend ausgefallen waren. Das Medikament war ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt worden und gilt seit längerem als ein Hoffnungsträger in der Coronavirus-Pandemie.

13.30 Uhr - Die Fußball-Bundesliga nimmt den Spielbetrieb am 16. Mai wieder auf. Die 36 Profivereine entschieden sich am Donnerstag auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) dafür, den Spielbetrieb wie von Bund und Ländern vorgegeben erst in der zweiten Mai-Hälfte fortzusetzen und nicht schon am 15. Mai, wie zuvor vom Präsidium beschlossen. Damit halte man sich streng an die Vorgabe der Politik, die eine Wiederaufnahme der Saison "ab der zweiten Mai-Hälfte" erlaubt habe, sagt der Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL), Christian Seifert. Die DFL sieht das Konzept für die Wiederaufnahme der Bundesliga als "Blaupause" für andere Mannschaftssportarten, aber etwa auch für Theater oder Orchester. Die Liga sei bereit, ihre Erfahrungen mit der Wissenschaft, Verbänden und anderen Branchen zu teilen, so Seifert weiter.

Ab 16 Mai soll in 1. und 2. Fuball-Bundesliga der Ball wieder rollen.

13.00 Uhr - China bezichtigt im Streit über den Ursprung des Virus US-Außenminister Mike Pompeo der Lüge. Eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking zeigt sich verwundert, dass Pompeo als Ausgangspunkt ein Labor in Wuhan ausgemacht habe, wo unter Wissenschaftler keine Einigkeit herrsche. Pompeo widerspreche sich bei dieser Frage selbst. "Der Grund, warum er sich selbst widerspricht, ist weil er immer eine Lüge erfindet um eine andere Lügen zu verbergen." Pompeo und US-Präsident Donald Trump haben von Belegen für einen Ursprung des Virus in einem Labor in China gesprochen ohne Details vorzulegen.

Schleswig-Holstein hebt Einreiseverbot für Touristen am 18. Mai auf

12.30 Uhr - Gesundheitsminister Jens Spahn will die Zahl der Corona-Tests weiter ausweiten. Derzeit gebe es eine Kapazität von rund einer Million Tests pro Woche, sagt Spahn im Bundestag. Diese müssten nun auch verstärkt eingesetzt werden, etwa in Pflegeheimen. Diese Strategie ist Teil des neuen Gesundheitspakets, das der Bundestag berät. Spahn kündigte zudem an, dass der Bund die Kosten für die Behandlung von Corona-Patienten aus anderen EU-Staaten übernehme.

11.45 Uhr - Schleswig-Holstein hebt das Einreiseverbot für Touristen mit Wirkung zum 18. Mai wieder auf. "Es ist an der Zeit, das gesamte gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben unseres Landes in den Blick zu nehmen und den Weg Schleswig-Holsteins zu gestalten", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Donnerstag. Damit verbunden fällt auch das Betretungsverbot für Inseln und Halligen. Der Tourismus war in Schleswig-Holstein seit Mitte März praktisch auf null runtergefahren. Bereits seit Montag können Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper wieder in den Norden kommen. Im Landtag verkündete Günther den Neustart für Gastronomie und Tourismus im nördlichsten Bundesland. Betreiber von Hotels, Vermieter von Ferienwohnungen und Restaurantinhaber in Schleswig-Holstein dürfen ab 18. Mai unter Auflagen wieder Gäste empfangen.

- Die British-Airways-Mutter IAG setzt nach einem Milliardenverlust infolge der Corona-Pandemie auf Staatshilfen. Die spanischen Konzerntöchter Iberia und Vueling hätten in ihrem Land bereits entsprechende Hilfen beantragt, teilte IAG am Donnerstag in London mit. Die Hilfen sollen verhindern, dass dem Konzern in der Corona-Krise das Geld ausgeht. Durch den weitgehenden Stopp des weltweiten Flugverkehrs infolge der Pandemie kämpfen Fluggesellschaften in aller Welt ums Überleben.

11.30 Uhr - Der Einbruch des Luftverkehrs in der Corona-Krise zwingt den britischen Triebwerksbauer Rolls-Royce zu einer harten Kürzung der Produktion. Im laufenden Jahr werde man voraussichtlich nur 250 statt 450 Triebwerke an die Kunden ausliefern und damit 44 Prozent weniger als bisher geplant, teilte Rolls-Royce am Donnerstag vor seiner Hauptversammlung in London mit. Konzernchef Warren East will jetzt noch stärker die Kosten senken und statt 750 Millionen britischen Pfund in diesem Jahr rund eine Milliarde Pfund (1,15 Milliarden Euro) sparen. "Wir müssen schwierige, aber notwendige Entscheidungen treffen, um sicherzustellen, dass der Konzern aus dieser Phase mit einer angemessenen Kostenbasis herauskommt", sagte East. Man müsse sich auf einen kleineren Luftfahrtmarkt einstellen, der sich möglicherweise erst in einigen Jahren erhole.

- Italien will der vor der Verstaatlichung stehenden Airline Alitalia drei Milliarden Euro frisches Kapital zuschießen. Wirtschaftsminister Stefano Patuanelli kündigte zudem an, dass sich die Fluggesellschaft unter staatlicher Kontrolle stark auf Langstrecken konzentrieren werde, auch mit neuen transatlantischen Allianzen. Die Regierung werde ihr Bestes tun, um das derzeitige Beschäftigungsniveau zu sichern.

- Die norwegische Zentralbank hat ihren Leitzins zum ersten Mal in ihrer Geschichte auf null Prozent gesenkt. Der Ausschuss für Geldpolitik und finanzielle Stabilität habe entschieden, den Satz von 0,25 auf null Prozent zu verringern, teilte die Bank am Donnerstag mit. Die Aktivitäten in der norwegischen Wirtschaft seien im Zuge der Corona-Krise abrupt zurückgegangen. Zudem sei der Ölpreis stark gesunken, was dazu beigetragen habe, dass sich der Kurs der norwegischen Krone abgeschwächt habe.

Der Blick auf die künftigen Entwicklungen sei deshalb ungewohnt ungewiss, hieß es. Niedrige Zinsen könnten die schwerwiegenden Folgen der Coronavirus-Pandemie auf die norwegische Wirtschaft zwar nicht verhindern, aber zumindest dazu beitragen, die Rückschläge zu dämpfen. Bereits im März war der Leitzins in der Ölnation Norwegen in zwei Schritten von 1,5 auf 0,25 Prozent gesenkt worden

Skyline von Frankfurt: Das Geschäft mit Büro- und anderen Gewerbeimmobilien wird momentan durch die Corona-Krise belastet.
ARMANDO BABANI/ EPA-EFE/ REX
Skyline von Frankfurt: Das Geschäft mit Büro- und anderen Gewerbeimmobilien wird momentan durch die Corona-Krise belastet.

11.15 Uhr - In Spanien ist die Zahl der Infektionen um 1122 auf 221.447 gestiegen. Binnen 24 Stunden seien zudem 231 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Insgesamt seien damit 26.070 Patienten gestorben.

11.00 Uhr - Was sich bereits andeutete, wird durch jüngste Marktzahlen belegt: Auch am deutschen Investmentmarkt für Wohn- und Gewerbeimmobilien sorgt die Corona-Krise offenbar für eine ziemliche Flaute. Investoren warten ab, wie sich Preise, Mieten und Renditen während der Pandemie entwickeln, und Verkäufer von Immobilien legen geplante Deals nicht selten zunächst auf Eis. In den Transaktionszahlen für das erste Quartal war das noch kaum abzulesen, weil der Beginn des Jahres zum Großteil noch von Corona unbeeinflusst war. Nun liegen jedoch erste Marktdaten zum Monat April vor: So belief sich das mit Wohn- und Gewerbeimmobilien erzielte Transaktionsvolumen im April nach Angaben des Dienstleisters Savills auf gut 2,3 Milliarden Euro. Damit war der April 2020 der umsatzschwächste Monat seit August 2012, so Savills. Zum Vergleich: Das durchschnittliche monatliche Transaktionsvolumen der letzten zehn Jahre liegt mit etwa 5,1 Milliarden Euro mehr als doppelt so hoch.

Auffällig ist laut Savills, dass vor allem die Zahl kleiner Transaktionen rückläufig ist. So liegt die Zahl der im bisherigen Jahresverlauf abgeschlossenen Einzeltransaktionen mit einem Volumen von unter 25 Millionen Euro etwa ein Fünftel unter dem Vorjahreswert. Im Größensegment zwischen 25 Millionen Euro und 100 Millionen Euro beträgt der Rückgang rund 10 Prozent, während die Zahl der Transaktionen ab 100 Millionen Euro sogar knapp ein Drittel über dem Vorjahreswert liegt. Hintergrund: Bei großvolumigen Transaktionen dauern Verkaufsprozesse in der Regel länger, Savills vermutet daher, dass sich der Kriseneffekt in diesem Bereich mit Verzögerung zeigen wird.

10.15 Uhr - Das Robert-Koch-Institut (RKI) beendet seine regelmäßigen Pressebriefings, die zuletzt zweimal in der Woche stattfanden. Ab der kommenden Woche werde es diese nicht mehr geben, teilt RKI-Vizepräsident Lars Schaade mit. Zu Beginn der Virus-Krise sei es wichtig gewesen, das Geschehen einzuordnen durch häufige Unterrichtungen der Öffentlichkeit. Es werde weiterhin Pressekonferenzen geben, dann aber anlassbezogen.

10.00 Uhr - In Russland sind 11.231 Neuinfektionen registriert worden - so viele wie nie zuvor an einem Tag. Damit sei die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle binnen 24 Stunden auf 177.160 gestiegen, teilt die Coronavirus-Arbeitsgruppe mit. 88 weitere Menschen seien im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Die Zahl der Toten liege nun insgesamt bei 1625. Moskau ist am stärksten von der Pandemie betroffen. Allein in der Hauptstadt wurden 6703 Neuinfektionen bestätigt.

- Trotz hoher Verluste in der Corona-Krise geht der Online-Modehändler Zalando von einem profitablen Geschäftsjahr aus. Das Berliner Unternehmen hat aufgrund der einbrechenden Nachfrage in der Krise im ersten Quartal einen Verlust von 86,4 Millionen Euro gemacht, wie Zalando am Mittwochabend mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus noch bei 17,6 Millionen Euro gelegen. Der bereinigte Betriebsgewinn lag damals bei 6,4 Millionen Euro. Mit der Pandemie fiel er nun im ersten Quartal auf 98,6 Millionen Euro ins Minus. Grund war auch eine Sonderabschreibung auf den Warenbestand in Höhe von 40 Millionen Euro. Der Umsatz stieg indes um mehr als 10 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro.

9.30 Uhr - Der britische Telekomkonzern BT Group wagt wegen der aktuellen Corona-Krise keinen Ausblick auf das neu angelaufene Geschäftsjahr. Zudem setzt das Unternehmen die Zahlung seiner Dividende aus. Dieser Schritt soll den Briten gleichzeitig mehr finanziellen Spielraum für Investitionen in die nächste Phase des geplanten Breitbandausbaus bringen, teilte die Telekom-Beteiligung am Donnerstag in London anlässlich ihrer Jahresbilanz mit. I9

.00 Uhr - Der durch die Corona-Krise deutlich verstärkte globale Nachfragerückgang hat dem Kölner Motorenbauer Deutz zum Jahresauftakt einen Verlust eingebrockt. Bei einem Umsatzeinbruch um 30,7 Prozent auf 356,7 Millionen Euro verbuchte der Traditionskonzern netto ein Minus von 10 Millionen Euro nach einem Gewinn von 20,9 Millionen vor Jahresfrist. Zur Stärkung der Liquidität sei Deutz in Gesprächen über eine weitere Kreditlinie in Höhe eines niedrig dreistelligen Millionen-Euro-Betrags, teilte der Konzern mit.

- Das für sein Karrierenetzwerk Xing bekannte Unternehmen New Work ist im ersten Quartal trotz Gegenwinds durch die Corona-Pandemie weiter gewachsen. Der Umsatz legte von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10 Prozent auf 68,9 Millionen Euro zu, wie die Burda-Tochter am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn unterm Strich legte um fast 30 Prozent auf 9 Millionen Euro zu.

08.50 Uhr - Der Virologe Alexander Kekulé hat sich besorgt wegen des Tempos und Ausmaßes der Lockerung von Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie in Deutschland geäußert. Die Nachverfolgbarkeit von Infektionen sei "noch nicht so weit wie gewünscht", auch Risikogruppen seien weiterhin nicht hinreichend geschützt, sagte Kekulé am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin. Durch die nun vereinbarten Lockerungen werde "das Niveau der Sicherungen reduziert".

Dies könnte "zu einem viralen Sturm im Herbst führen", warnte der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Halle. Wichtig sei "ein nachhaltiges Schutzkonzept", keine Politik des "rein - raus". "Grundsätzlich" positiv wertete Kekulé den von Bund und Ländern ebenfalls vereinbarten Notfallmechanismus, wonach Schutzmaßnahmen wieder verschärft werden sollen, wenn es in einem Landkreis oder einer Stadt wieder deutlich mehr Infektionen gibt.

- Der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer ist angesichts eines Umsatzeinbruchs im ersten Quartal tiefer in die Verlustzone gerutscht. Der Umsatz ging um ein Viertel auf 172,4 Millionen Euro zurück, der Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) lag bei 34,9 (Vorjahr: 2,8) Millionen Euro. Die Prognose für 2020 sei nicht mehr erreichbar, teilte Koenig & Bauer mit. Die weltweiten Reisebeschränkungen behinderten die Auslieferung der Maschinen erheblich. Seit 1. April wird wegen der geringen Auslastung an mehreren Standorten kurzgearbeitet. Vorstandschef Claus Bolza-Schünemann sprach von "großen Herausforderungen" infolge der Coronakrise.

08.45 Uhr - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) glaubt nicht an eine Impfpflicht, sobald es ein Gegenmittel gegen das Coronavirus gibt. "Impfen ist generell eine sehr, sehr sinnvolle Sache. Wenn ein Impfstoff vorliegt - ich werde mich impfen lassen. Ich würde es auch empfehlen", sagte er am Donnerstag dem ZDF-"Morgenmagazin". Aus seiner Sicht hätte aber Freiwilligkeit "Vorrang". Vor allem für Risikogruppen und Pflegepersonal sei eine Impfung sinnvoll.

08.30 Uhr - Angesichts der absehbaren Lockerung des Shutdown in Großbritannien hält die Bank von England (BoE) die Füße vorerst still. Die Währungshüter um Notenbank-Chef Andrew Bailey tasteten den geldpolitischen Schlüsselsatz von 0,1 Prozent am Donnerstag nicht an, den sie zuvor seit März in zwei Schritten auf dieses Rekordtief gesenkt hatten. Im Rahmen eines Krisenpakets hat die BoE ihre Anleihenkäufen bereits um 200 Milliarden auf 625 Milliarden Pfund aufgestockt. Dabei bleibt es nun vorerst auch. Doch zwei Währungshüter setzten sich vergeblich für eine weitere Aufstockung ein. Die Notenbank stellte allerdings in Aussicht, weitere Maßnahmen zu ergreifen, falls die Wirtschaftslage es erfordern sollte.

08.15 Uhr - Der französische Lufthansa-Konkurrent Air France-KLM plant wegen des nahezu völligen Geschäftseinbruchs durch die Corona-Pandemie den Abbau von Arbeitsplätzen. Für Juni sei ein Treffen mit den französischen Gewerkschaften dazu geplant, sagte Konzernchef Ben Smith am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters in einem Interview. Wie viele der rund 45.000 Beschäftigten von Air France ihren Job verlieren, wollte er mit Verweis auf die noch bevorstehenden Verhandlungen nicht sagen. "Es gibt viele Menschen, die kurz vor dem Ruhestand stehen, also haben wir diesen Vorteil." Viele könnten daher freiwillig ausscheiden. In der Vergangenheit gab es bei Air France heftige Auseinandersetzungen zwischen Management und Gewerkschaften um Stellenabbau bei der renditeschwachen Airline.

- Die deutschen Industriebetriebe erwarten einen noch nie dagewesenen Einbruch ihrer Produktion. Das entsprechende Ifo-Barometer für die kommenden drei Monate stürzte im April auf minus 51,4 Punkte, von minus 21,4 im März. Das ist der tiefste Punkt seit der Wiedervereinigung. "Das Tal der Produktion wird immer tiefer", sagt Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

07.30 Uhr - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mahnt bei den Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen zu "mehr Besonnenheit, zu etwas längerer Zeit". Corona sei "für den Tag unter Kontrolle", sagt der CSU-Politiker im ZDF. "Aber es gibt natürlich keine Entwarnung, denn wir haben keinen Impfstoff, wir haben keine Therapie. ... Ein bisschen wundere ich mich schon, mit welcher Geschwindigkeit jetzt - und zwar innerhalb von Tagen - wieder alles zugelassen werden soll." Bayern werde "alles etwas später machen als andere, weil ich glaube, wir müssen an der Stelle mehr mit Umsicht als mit Hektik reagieren".

6..00 Uhr - Chinas Außenhandel ist nach der Lockerung der Beschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie im April zum ersten Mal in diesem Jahr gestiegen. Die Exporte kletterten im vergangenen Monat überraschend um 3,5 Prozent, der erste Zuwachs seit Dezember letzten Jahres. Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang von 15,7 Prozent gerechnet, nachdem im März schon ein Minus von 6,6 Prozent zu Buche stand. Ein zweistelliger Rückgang der Importe deutet aber auf weitere Probleme hin. Die Handelsaussichten bleiben düster, da sich die weltweit größten Volkswirtschaften weiter fest im Griff der Pandemie befinden. Ein Zusammenbruch der weltweiten Nachfrage und ein zunehmender Verlust von Arbeitsplätzen dürften zudem die Nachfrage nach chinesischen Waren in den kommenden Monate drücken.

4.30 Uhr - Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt um 1284 auf 166.091, wie Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) für Infektionskrankheiten zeigen. Die Zahl der Todesopfer steigt nach offiziellen Angaben um 123 auf 7119.

03.00 Uhr - China bestätigt zwei neue Coronavirus-Infektionen binnen 24 Stunden. Daten der nationalen Gesundheitsbehörde zeigen, dass es sich bei beiden um sogenannte "importierte" Fälle handele, also um Einreisende aus anderen Ländern. Chinas Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle liegt damit nach offiziellen Angaben bei 82.885, während die Zahl der Todesopfer unverändert bei 4633 bleibt.

02.00 Uhr - Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) erwartet trotz der Lockerungen bei der Öffnung von Hotels und Restaurants zunächst weitere Umsatzeinbußen. "Wir gehen davon aus, dass aufgrund der besonderen Auflagen und Beschränkungen die ersten Monate mit Umsatzeinbußen verbunden sind. Es wird noch eine Weile dauern, bis hier Kosten deckende Umsätze zu erwirtschaften sind", sagte die DEHOGA-Geschäftsführerin, Ingrid Hartges, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgaben).

Gleichzeitig gebe es bei einigen Ferienhotels bereits eine hohe Nachfrage. Grundsätzlich begrüßte Hartges die neuen konkreten Öffnungstermine für Hotels und Gastronomie in den Bundesländern als "sehr wichtig". Sie schafften mehr Planungssicherheit für Unternehmen und Gäste für die nächsten Wochen und die Sommerferienzeit. "Wir haben jetzt zwar eine neue bunte Verordnungswelle - je nach Bundesland. Das macht es nicht immer einfach." Hartges appellierte deshalb an die Bundesländer, "sich zumindest bei den allgemeinen Schutzmaßnahmen wie Abstands- und Kontaktregelung oder Maskenschutz auf bundesweit einheitliche, praxistaugliche Regelungen zu verständigen." Dies erhöhe die Akzeptanz bei allen."

mit Agenturen

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