Dienstag, 28. Januar 2020

Digitale Währung Commerzbank gibt Bitcoins keine Chance

Bitcoins: Die Währung wird digital erzeugt und lässt sich danach in eine physische Form überführen

Können die hoch gehandelten Bitcoins etabliertes Zahlungsmittel werden? Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, hält das für unwahrscheinlich - gerade wegen der jüngsten Kursrally der Digitalwährung.

Düsseldorf - Die Digitalwährung Bitcoin hat nach Ansicht des Commerzbank -Chefvolkswirts Jörg Krämer auf Dauer keine Chance. Wegen der starken Kursausschläge trage der Bitcoin die Zerstörung schon in sich, sagte Krämer dem Magazin "Wirtschaftswoche". "Niemand verwendet eine Währung, die dauernd Achterbahn fährt."

Als wesentlichen Treiber für Kurssprünge sieht der Ökonom Spekulation. "Spekulanten setzen darauf, dass in Zukunft mehr Menschen Bitcoins zum Zahlen benutzen", sagte Krämer. "Die steigende Nachfrage trifft aber auf ein fixiertes Angebot an Bitcoins, so dass der Wechselkurs des Bitcoin gegenüber dem Euro in die Höhe schießt." Weil kein Geschäft bereit sei, dauernd die Bitcoin-Preise zu ändern, werde die Eignung als Transaktionswährung zerstört.

Die Bitcoins werden im komplizierten Rechen-Prozessen auf den Computern der Nutzer erzeugt, können aber auch im Internet mit etablierten Währungen wie Dollar oder Euro gekauft werden. Sie kommen vor allem bei Zahlungen im Internet zum Einsatz.

Die Idee hinter der virtuellen Währung ist ein Geldsystem, das ohne zentrale Kontrollinstanz auskommt, also unabhängig ist von Regierungen, Zentralbanken und Geschäftsbanken. Die mögliche Bitcoin-Menge ist strikt beschränkt.

Überlegungen der Online-Handelplattform Ebay, Bitcoins eines Tages als Zahlungsmittel bei Transaktionen zu akzeptieren, hatten Anfang November den Startschuss für jüngste Kursrally gegeben. Der Bitcoin schoss von rund 250 auf zuletzt über 700 Dollar hoch. Zugleich ist der Kurs enormen Schwankungen ausgesetzt.

ts/dpa-afx

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