Mittwoch, 27. Mai 2020

Wegen Covid-19 im Krankenhaus Britischer Premier Johnson auf der Intensivstation

Wegen Covid-19 im Krankenhaus: Großbritanniens Premier Boris Johnson.
Dylan Martinez/ REUTERS
Wegen Covid-19 im Krankenhaus: Großbritanniens Premier Boris Johnson.

Sorge um den britischen Premierminister Boris Johnson: Am Montagabend wurde bekannt, dass Johnson, der am Wochenende ins Krankenhaus gekommen war, auf die Intensivstation verlegt worden ist. Das berichtet unter anderem die britischeBBC mit Verweis auf Informationen der britischen Regierung. Demnach hat Johnson den britischen Außenminister Dominic Raab gebeten, ihn zu vertreten.

Seit Sonntagabend befinde sich Johnson in der Obhut der Ärzte im Krankenhaus, zitiert die BBC aus einem Statement von Downing Street No. 10, dem Sitz des Premiers. Am Nachmittag hätte sich sein Zustand verschlechtert, woraufhin er auf Anraten des Ärzteteams auf die Intensivstation gebracht worden sei.

Johnson war wegen seiner Covid-19-Erkrankung am Wochenende in ein Londoner Krankhaus gekommen. Er hatte nach Angaben eines Regierungssprechers vom Montag Fieber und Husten. Johnson sei jedoch bei guter Laune und habe eine angenehme Nacht gehabt, hieß es noch am Montag im Laufe des Tages. Er arbeite vom Krankenbett aus. Ob der Premierminister schwer an der Lunge erkrankt ist und beatmet werden muss, wollte der Sprecher jedoch nicht sagen. Der 55-jährige Johnson wird im St. Thomas' Hospital nahe dem Parlament behandelt.

Schon zuvor war darüber gerätselt worden, ob Johnson die Amtsgeschäfte trotz Covid-19-Erkrankung fortführen könne. Johnsons Stellvertreter, Außenminister Raab, leitete am Montag eine Sitzung in London. Raab bekräftigte gegenüber der Presse danach zwar, Johnson befinde sich nach wie vor im Amt und führe den Kampf der Briten gegen das Coronavirus an. Zugleich musste der Stellvertreter aber eingestehen, bereits seit Samstag nicht mehr mit Johnson gesprochen zu haben. Auch diese Offenbarung sorgte in britischen Medien sowie in sozialen Netzwerken für Irritation.

Johnson hatte seine Infektion am 27. März bekannt gemacht und sich in Selbstisolation in seiner Dienstwohnung zurückgezogen. Noch am Freitag meldete er sich mit einer Videobotschaft zu Wort. Er fühle sich zwar besser, habe aber weiterhin Fieber. "Dem Ratschlag der Regierung zufolge muss ich meine Selbstisolation weiterführen", sagte der Premier, der angeschlagen wirkte und Gewicht verloren hatte.

Der konservative Politiker gab sich trotzdem optimistisch. Von seiner Dienstwohnung aus hatte er in den vergangenen Tagen weiter gearbeitet und Kabinettssitzungen per Videokonferenz geleitet. Dann schritten offenbar seine Ärzte ein.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2020
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung