Montag, 23. September 2019

Der Brexit und die Folgen Der Anfang vom Ende des Euro

Ein Nettozahler weniger: Der Riss in der Eurozone wird sich vertiefen. Der Abschied des Nicht-Euro-Landes Großbritannien dürfte langfristig dazu führen, dass die Eurozone auseinanderbricht

2. Teil: Vorbild Frankreich: Schuldenmachen wird wieder zum Trend

Dies gilt umso mehr, weil sich die Gewichte in Europa unter der Führung Frankreichs stärker in den Süden verschieben werden. Schließlich scheidet mit Großbritannien der drittgrößte Nettozahler aus der EU aus. Damit wird man die nordeuropäische Stabilitätspolitik, die keine Wachstumserfolge mit sich bringt, sehr schnell aufgeben.

Schuldenmachen wird wieder zum Modetrend. Dies ist Wasser auf die Mühlen der Europa-Kritiker in Finnland, den Niederlanden, aber auch in Deutschland. Entsprechend wird sich der bestehende Riss in der Eurozone vertiefen und zu einem Auseinanderbrechen bis zum Jahre 2025 führen.

Mit dem Brexit hat das letzte Jahrzehnt des Euro begonnen. Die wirtschaftlichen Konsequenzen aus dem Zerfall der europäischen Währung werden freilich ganz anderer Natur sein als die jetzt diskutierten Folgen des Brexit.

Gegen das, was unserer Wirtschaft dann bevorsteht, wird die Finanzkrise von 2008 nur ein laues Lüftchen gewesen sein.

Dennoch ist Panik zum jetzigen Zeitpunkt nicht zielführend. Europa hat viel Zeit, sich auf diese Entwicklungen einzustellen.

Starker Anstieg des Dollar - der Euro wird immer schwächer

Die Panik an den Aktienmärkten war - mit Ausnahme der Banktitel und einiger weiterer Unternehmen mit starken britischen Verbindungen - übertrieben. Dennoch liegt die Antwort auf das Ende des Euro nicht ausschließlich in Aktien, Gold oder Immobilien. Fremdwährungen sind hilfreich, da die erste Reaktion auf den Brexit mit einem starken Anstieg des US-Dollars einen Vorgeschmack auf die zukünftige Schwäche des Euro gegeben hat.

Zinsanlagen sollten auch für Fremdwährungen die Basis sein, weil die laufende Zinszahlung neue Anlagemöglichkeiten eröffnet und man bei entsprechender Qualität der Emittenten weiß, wann man sein Geld zurückerhält. Zudem sind die Zinsen für erstklassige Unternehmensanleihen in Australischem Dollar oder Russischem Rubel wesentlich höher als im Euroraum, in dem die EZB alle Risiken vordergründig nivelliert.

Brexit und die Folgen: Don´t Panic!

Markus Schön ist Geschäftsführer des DVAM Deutsche Vorsorge Asset Management GmbH und Mitglied der MeinungsMacher von manager-magazin.de. Trotzdem gibt diese Kolumne nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion des manager magazins wieder.

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