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Weltpolitik trifft Big Business in Dresden: Das sind die wichtigsten Teilnehmer der Bilderberg-Konferenz

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Geheimnisvolles Treffen in Dresden Bilderberg-Konferenz - sind das die heimlichen Weltherrscher?

Globale Lobbyorganisation, Verschwörungsclub der Reichen und Mächtigen, geheime Weltregierung - um kaum eine Institution ranken sich so viele Mythen wie um die Bilderberg-Konferenz, die 1954 ins Leben gerufen wurde, und die am kommenden Wochenende zum 64. Mal veranstaltet wird - und zwar diesmal im sächsischen Dresden.

Es gibt Verschwörungstheorien, nach denen die Bilderberger bei ihren jährlichen Treffen von Anfang an nur ein Ziel verfolgt haben sollen: die Weltherrschaft - oder zumindest eine neue Weltordnung. Andere behaupten, der erlesene Zirkel von Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Militär und Adel stecke hinter diversen Ereignissen, die in den vergangenen Jahrzehnten die Welt bewegt haben, von Attentaten auf Entscheider wie Ex-Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen oder den früheren schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme bis hin zur Ölkrise in den 1970er Jahren, der deutschen Wiedervereinigung oder dem Irak-Krieg.

Wundern müssen sich die Bilderberger über die Vorbehalte der Öffentlichkeit gegenüber ihren jährlichen Treffen nicht. Wo sonst kommen schon regelmäßig so viele Hochkaräter und Entscheider aus aller Welt zusammen, um gemeinsam über die wichtigen Themen der Zeit zu diskutieren - und das Ganze hinter verschlossenen Türen, komplett ohne gesellschaftlichen Auftrag und nach Regeln, die alles andere als dazu geeignet sind, das Misstrauen zu zerstreuen.

Konferenzregeln tragen nicht zur Vertrauensbildung bei

Das beginnt schon beim Teilnehmerkreis, zu dem ausschließlich gehören kann, wer vom Vorsitzenden der Konferenz - das ist gegenwärtig Henri de Castries, Chef des Versicherungskonzerns Axa - nach Beratungen mit weiteren Gremien eingeladen wurde. Eine offizielle Mitgliedschaft existiert soweit bekannt beim Bilderberg-Treffen ebenso wenig, wie überhaupt eine formelle Organisation, die dahinter stünde.

Hinzu kommt: Die Regeln, nach denen die Konferenzen ablaufen, erscheinen zwar bestens geeignet, um eine fruchtbare Diskussion in Gang zu bringen. Zur Vertrauensbildung gegenüber der Öffentlichkeit sind aber auch sie kaum geeignet.

So gibt es zunächst eine vorab gesetzte Themenagenda, über die dann nach der sogenannten Chatham House Rule diskutiert wird. Das heißt: Die Inhalte der Gespräche dürfen zwar in groben Zügen nach außen dringen. Niemals darf jedoch die Identität derjenigen bekannt werden, von denen die Informationen oder Standpunkte stammen.

Trifft sich ausgerechnet in Dresden die geheime Weltdiktatur?

Dank des privaten Charakters der Konferenz, so heißt es in einer Mitteilung auf der offiziellen Bilderberg-Homepage, sind die Teilnehmer nicht an die Konventionen ihrer Ämter oder vorab festgelegte Standpunkte gebunden. Weder müsse bei der Konferenz ein Ergebnis erzielt werden, noch stünden etwaige Zeit-Limits oder Redeprotokolle einem offenen Austausch im Wege. Auch Veröffentlichungen, Abstimmungen oder Statements irgendwelcher Art im Anschluss an das Treffen werde es nicht geben.

So wird auch in den kommenden Tagen, wenn die Bilderberger erneut ihr Meeting abhalten, wieder vieles im Dunkeln bleiben. Und das ausgerechnet in Dresden, der Stadt also, die sich in jüngster Zeit ohnehin schon einen Ruf erarbeitet hat als eine Art deutsche Hochburg für Misstrauen und Vorurteile.

Aber kann es tatsächlich sein, dass sich da eine geheime Weltregierung trifft, schon zum 64. Mal und inzwischen sehr modern, mit eigener Website und Presseabteilung?

Doch wohl kaum. Tatsächlich haben die Organisatoren schon im Vorfeld sowohl das Teilnehmerfeld als auch die wichtigsten Themen der kommenden Bilderberg-Konferenz bekannt gegeben. Demnach kommt ein illustrer Kreis nach Dresden, von Deutsche-Bank-Chef John Cryan bis zu Bloomberg-Chefredakteur John Micklethwait, und von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bis zu Alex Karp, Chef des US-Finanzsoftware-Unternehmens Palantir Technologies.

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Sprechen werden die Bilderberger vom 9. bis zum 12. Juni laut Agenda über so ziemlich alles, was derzeit die Welt bewegt, von China bis zur politischen Entwicklung in den USA, von den Energie- und Rohstoffpreisen bis hin zur Online-Sicherheit und technischen Innovationen.

Selbst über das Prekariat und die Mittelklasse wollen sich die Konferenzteilnehmer austauschen. Was wohl so viel heißt wie: Sollten die Bilderberger tatsächlich eine geheime Weltdiktatur anstreben, so vergessen sie dabei zumindest nicht die Nöte des kleinen Mannes.

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