Nächster Karrieresprung Bafin-Chefin König soll Europas oberste Bankenabwicklerin werden

Die EU-Kommission will eine Deutsche mit der Abwicklung maroder Banken betrauen: Elke König steht bislang der deutschen Finanzaufsicht Bafin vor. Noch müssen allerdings das EU-Parlament und die Mitgliedsstaaten der Berufung zustimmen.
Schaut den Bankern auf die Finger: Elke König, Chefin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin)

Schaut den Bankern auf die Finger: Elke König, Chefin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin)

Foto: Daniel Naupold/ picture alliance / dpa

Brüssel - Elke König steht vor einer Beförderung: Die Chefin der deutschen Finanzaufsicht BaFin soll nach dem Willen der EU-Kommission die neue europäische Behörde zur Abwicklung maroder Banken leiten. Die Kommission schlug die 60-Jährige am Freitag für den Spitzenposten vor. Das EU-Parlament und die EU-Staaten müssen allerdings noch grünes Licht geben.

Die Bundesregierung, die sich von Anfang an für König starkgemacht hatte, begrüßte die Entscheidung. "Sie ist für diesen Job hervorragend geeignet und bringt die besten Qualifikationen dafür mit", sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums über die Wunschkandidatin. Die BaFin und König selbst wollten sich nicht äußern.

Die für die gesamte Euro-Zone zuständige Abwicklungsbehörde soll baldmöglichst an die Arbeit gehen, um 2016 startbereit zu sein. Sie ist Teil der Bankenunion, mit der die EU die Kontrolle über die Banken verstärken und die Folgen der nächsten Finanzkrise abmildern will. Königs Stellvertreter soll Timo Löyttyniemi aus Finnland werden. Dem obersten Gremium der Abwicklungsbehörde werden zudem voraussichtlich Mauro Grande aus Italien, der Spanier Antonio Carrascosa, die Niederländerin Joanne Kellermann sowie der Franzose Dominique Laboureix angehören.

Bereit für Größeres

Für König wäre es der nächste Karrieresprung. Sie steht seit Anfang 2012 als Nachfolgerin von Jochen Sanio an der Spitze der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Ein Wechsel auf die europäische Ebene dürfte für die frühere Finanzchefin der Hannover Rück nicht zuletzt deshalb reizvoll sein, weil die BaFin einiges an Befugnissen eingebüßt hat.

So werden die Großbanken seit Anfang November direkt von der Europäischen Zentralbank (EZB) beaufsichtigt. Auch eine andere Schlüsselposition hat sich Deutschland im Rahmen der Bankenunion gesichert: Die einstige Vize-Chefin der Bundesbank, Sabine Lautenschläger, ist jetzt stellvertretende Chefin der neuen EZB-Bankenaufsicht.

Wer bei der BaFin auf König nachfolgt, ist offen. Vieles spricht abermals für eine externe Lösung. Um den Posten für Manager aus der Privatwirtschaft attraktiver zu machen, hatte die Bundesregierung schon vor einiger Zeit die Vergütung hochgeschraubt: Die BaFin-Chefin verdient 230.000 Euro im Jahr.

luk/reuters
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