Bilanz 2013 ADAC verliert in der Krise tausende Mitglieder

Der Skandal um den Autopreis "Gelber Engel" hat den ADAC 320.000 Mitglieder gekostet. Weil der Club aber viele Kunden neu gewann, fiel das Minus in 2013 unter dem Strich deutlich geringer aus.
Bleibt dem ADAC noch länger erhalten: Interimspräsident Markl will den Club weiter reformieren, verkörpert aber Grunde das alte System, gehört er dem Präsidium doch seit 2011 an

Bleibt dem ADAC noch länger erhalten: Interimspräsident Markl will den Club weiter reformieren, verkörpert aber Grunde das alte System, gehört er dem Präsidium doch seit 2011 an

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München - Der ADAC hat in der tiefen Krise nach den Fälschungen beim Autopreis "Gelber Engel" seit langem auch erstmals unterm Strich Mitglieder verloren. Rund 320.000 Menschen kehrten dem Autoclub seit Beginn der Krise Anfang des Jahres den Rücken. Dazu kamen etwa 65.000 Austritte aus anderen Gründen oder gestorbene Mitglieder, was zu einem Gesamtverlust von rund 385.000 Mitgliedern führte.

Im gleichen Zeitraum seien 370.000 neue Mitglieder aufgenommen worden, wie der ADAC am Montag in München bei der Vorlage der Bilanz für 2013 mitteilte. Zum 31. Mai habe man insgesamt rund 18,93 Millionen Mitglieder gezählt. Damit verzeichnete der Club etwa 15.000 Mitglieder weniger als noch im Dezember 2013.

ADAC-Interimspräsident August Markl bekräftigte seinen Willen, den Autoclub mit einem tiefgreifenden Reformprogramm aus der Krise zu führen. "Wir wollen und werden jene Schwächen und Defizite beheben, die sich bei uns in den vergangenen Jahren eingeschlichen haben", sagte Markl.

So solle klarer zwischen dem Verein und den zugehörigen Unternehmen unterschieden werden, die Mitglieder und die Dienstleistungen sollten wieder in den Mittelpunkt rücken. Auch die Strukturen stehen auf dem Prüfstand. "Sie werden verstehen können, dass ich diesem intensiven Diskussionsprozess nicht vorgreifen kann", sagte Markl. Auf seiner Hauptversammlung im Mai hatte der ADAC die Weichen für viele Umbauten gestellt.

Eigenkapital soll weiter sehr hoch bleiben

Insgesamt war 2013 für den ADAC ein ziemlich gutes Jahr. Der Club nahm Mitgliederbeiträge von 1,05 Milliarden Euro ein, rund 37 Prozent davon entfielen auf die 18 selbstständigen Regionalclubs. Etwa 270 Millionen Euro flossen in Hilfeleistungen wie die Pannenhilfe oder die Luftrettung. Unter dem Strich schrumpfte der Gewinn von 25 auf 4,6 Millionen Euro, vor allem wegen höherer Kosten für die Hilfeleistungen und gestiegener Steuerzahlungen.

Unverändert bei rund 1,1 Milliarden Euro blieb das Eigenkapital, über das der ADAC verfügt. Das stattliche Vermögen brauche der Club, um die hohen Investitionen etwa in neue Hubschrauber oder Fahrzeuge stemmen zu können, die nicht aus den laufenden Einnahmen bezahlt werden sollen, sagte Finanzgeschäftsführer Thomas Kagermeier. Auch die Beiträge sollen nach der ersten Erhöhung seit 10 Jahren über eine ähnliche Periode stabil bleiben. "Daher braucht der ADAC e.V. ein solch solides Polster", sagte Kagermeier.

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rei/dpa/dpa-afx