Offenbar Pflege-Mafia in Deutschland aufgedeckt Schutzgeld, Glücksspiel, Geldwäsche - ambulante Pflege

Geldwäsche, Glücksspiel, Auftragsmord - und ambulante Pflege. Da gibt es einen Zusammenhang in Deutschland. Die Kripo hat ein Netzwerk von 230 russisch-eurasischen Anbietern ausgemacht, sie sollen die Pflegekassen um Milliarden betrogen haben - in Kooperation mit Ärzten und Patienten.
Ein Netzwerk von betrügerischen Pflegediensten soll die Sozialkassen deutschlandweit um Milliarden betrogen haben

Ein Netzwerk von betrügerischen Pflegediensten soll die Sozialkassen deutschlandweit um Milliarden betrogen haben

Foto: Jens Kalaene/ picture alliance / dpa

Schon länger ermitteln das Bundeskriminalamt und das LKA in Nordrhein-Westfalen gegen ambulante Pflegedienste in Deutschland. Der Verdacht gegen 230 russische-eurasische Anbieter hat sich nun offenbar erhärtet, berichten "Die Welt" und der Bayerische Rundfunk unter Berufung auf einen Abschlussbericht.

Die Anbieter sollen Pflegekassen um hohe Summen betrogen haben, indem sie nicht erbrachte Leistungen abrechneten und dabei gemeinsame Sache mit Patienten und Ärzten machten.

Den Berichten zufolge sollen zwei Drittel der betrügerischen Pflegedienste in bundesweiten Netzwerken agiert haben. Gesteuert worden sein sollen die Netze überwiegend von Berlin aus.

Viele der beschuldigten Betreiber sollen zusätzlich auch in andere kriminelle Machenschaften verwickelt sein, darunter Geldwäsche, Schutzgeldzahlungen und Glücksspiel. Unter den ehemaligen Firmenbetreibern sollen sich auch Personen befinden, die von den Behörden als Auftragsmörder verdächtigt werden.

Nach Einschätzungen des BKA von vor einem Jahr könnten den Sozialkassen mit betrügerischen Abrechnungen solcher Pflegedienste mindestens eine Milliarde Euro Schaden im Jahr entstanden sein. Die Bundesregierung stattete die Krankenkassen durch eine Gesetzesänderung bereits mit zusätzlichen Kontrollbefugnissen aus. Neu sind nun die Details. Regionale Schwerpunkte sind demnach NRW und Berlin, außerdem Niedersachsen, Brandenburg und Bayern.

rei/dpa/afp
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