Samstag, 7. Dezember 2019

Unruhen in USA Gouverneur schickt Nationalgarde nach Ferguson

Ferguson, Missouri: Die Polizei setzte Gummigeschosse und Tränengas ein, nachdem es Schüsse auf Polizisten sowie einen Zivilisten gegeben hatte

Nach erneuten schweren Unruhen in Ferguson hat der Gouverneur des US-Bundesstaats Missouri die Entsendung der Nationalgarde angeordnet. Die Stadt ist in Aufruhr, seit ein weißer Polizist einen unbewaffneten schwarzen Jugendlichen erschossen hat.

St. Louis - Gouverneur Jay Nixon erklärte am Montag, die Truppen sollten der Polizei in dem Vorort der Millionenstadt St. Louis helfen, die Ordnung wiederherzustellen. In Ferguson hatte es am Sonntagabend erneut schwere Zusammenstöße zwischen Jugendlichen und der Polizei gegeben, die Tränengas und Gummigeschosse einsetzte.

Auslöser der tagelangen Unruhen war die Erschießung eines unbewaffneten schwarzen Jugendlichen durch einen weißen Polizisten am 9. August.

Die friedlichen Proteste am Sonntag seien überschattet worden von "gewaltsamen kriminellen Handlungen einer organisierten und wachsenden Zahl von Menschen, viele von außerhalb der Gemeinde und des Staates", erklärte Nixon. Es habe Schüsse auf Polizisten sowie einen Zivilisten gegeben sowie Angriffe mit Molotow-Cocktails, Plünderungen, Straßenblockaden und Versuche zur Erstürmung einer Polizeiwache.

Angesichts dieser "gezielten, koordinierten und zunehmenden Angriffe" ordne er den Einsatz der Nationalgarde an, um "Frieden und Ordnung" wiederherzustellen.

Die örtliche Polizeiführung entscheide darüber, wie viele Truppen eingesetzt würden, erklärte Nixon. Gouverneure haben die Befugnis, den Einsatz der Nationalgarde gegen Ausschreitungen und Naturkatastrophen anzuordnen.

Ferguson ist seit der Tötung des schwarzen Jugendlichen Michael Brown durch einen weißen Polizisten am 9. August Schauplatz von Unruhen und Protesten, da dem Schützen rassistische Motive unterstellt werden.

la/dpa

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