Krise in der Ukraine Nato-Oberkommandeur warnt vor neuer Art der Kriegsführung

Der Ukraine-Konflikt macht nach den Worten von Nato-Oberkommandeur Philip Breedlove ein Umdenken der Bündnispartner erforderlich. Die Regierung in Kiew hatte am Freitag erklärt, eine Kolonne russischer Schützenpanzer attackiert zu haben. Moskau bestreitet, dass Truppen die Grenze überquert hätten.
Russischer Soldat in der Nähe der Grenze zur Ostukraine: "Gefahr durch "bewaffnete Militärs ohne Hoheitsabzeichen, die Unruhe schaffen"

Russischer Soldat in der Nähe der Grenze zur Ostukraine: "Gefahr durch "bewaffnete Militärs ohne Hoheitsabzeichen, die Unruhe schaffen"

Foto: MAXIM SHEMETOV/ REUTERS

Berlin - "Unser großes Problem ist in der Tat eine neue Art der Kriegsführung", sagte der US-General der Zeitung "Welt am Sonntag". Er warnte vor den Gefahren durch "bewaffnete Militärs ohne Hoheitsabzeichen, die Unruhe schaffen, Regierungsgebäude besetzen, die Bevölkerung aufwiegeln". Diese Kämpfer könnten zu einer erheblichen Destabilisierung eines Landes beitragen.

"Wir haben das in der Ostukraine gesehen, wo die russische Bevölkerung organisiert wurde", sagte Breedlove. "Und es besteht die Gefahr, dass dies auch in anderen osteuropäischen Staaten passiert." Dort müssten Polizei und Armee auf diese Bedrohung vorbereitet werden.

Der General machte deutlich, dass sich gegebenenfalls auch das Verteidigungsbündnis zum Handeln gezwungen sehen könnte. "Wenn die Nato ausländische Kräfte auf ihrem Hoheitsgebiet einsickern sieht, und wenn wir dieses Vorgehen einer Aggressor-Nation nachweisen können - dann ist das Artikel fünf. Dann tritt der Bündnisfall ein", betonte er. "Das bedeutet eine militärische Antwort auf die Aktionen dieses Aggressors."

Berichte über Feuergefecht am Freitag bisher nicht bestätigt

Am Freitag hatte die ukrainische Regierung erklärt, eine Kolonne russischer Schützenpanzer angegriffen zu haben, die die Grenze passiert habe. Die Meldung weckte die Furcht einer direkten militärischen Auseinandersetzung zwischen den Nachbarstaaten und ließ die Börsen einbrechen. Allerdings konnte der Bericht aus Kiew bisher nicht unabhängig bestätigt werden. Moskau bestreitet, dass sein Militär die Grenze überquert hat.

In der Ukraine haben unterdessen die Separatisten im Osten des Landes eine Großoffensive gegen die vorrückenden Regierungstruppen angekündigt. Es seien militärische Ausrüstung und neue, in Russland ausgebildete Kämpfer zur Verstärkung auf dem Weg, sagte ihr Anführer in Donezk, Alexander Sachartschenko, in einem am Samstag veröffentlichten Video.

la/dpa
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