Montag, 27. Januar 2020

Hilfe für Jesiden USA erwägen Bodeneinsatz im Nordirak

In der Falle: Tausende Jesiden sitzen im Nordirak fest - umlagert von Kämpfern der Extremistengruppe Islamischer Staat (IS)

Die USA erwägen einen Militäreinsatz, um jesidische Flüchtlinge aus ihrer Todesfalle im Irak zu retten. Im Gespräch seien ein Lufteinsatz und eine Rettungsaktion mit Bodentruppen, sagte Obamas Sicherheitsberater Ben Rhodes. Berlin bereitet derweil die Lieferung militärischer Güter vor.

Washington - Eine Rettungsaktion mit Bodentruppen würde bedeuten, das US-Soldaten in direkte Kampfhandlungen mit Extremisten des Islamischen Staates (IS) verwickelt werden könnten. "Wir müssen herausfinden, wie wir diese Bevölkerung an einen sicheren Ort bewegen und ihnen humanitäre Hilfe bringen können", sagte Rhodes dem Sender Fox News.

Der riskante Vorschlag werde aber noch entwickelt und sei noch nicht von Obama genehmigt worden, berichtete das "Wall Street Journal".

Die Bundesregierung bereitet unterdessen die Lieferung von militärischen Hilfsgütern an die Kurden im Nordirak vor, die gegen die Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) kämpfen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sprach am Mittwoch von Zelten, Schutzwesten, Helmen und Fahrzeugen. Um Waffenlieferungen gehe es nicht.

Berlin will Ausrüstung liefern - aber keine Waffen

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, Schwerpunkt werde die humanitäre Hilfe sein. Entscheidungen über die Details seien noch nicht gefallen. Seibert sprach mit Blick auf den IS von einem "Vormarsch blutrünstiger Extremisten", die weder Frauen noch Kinder verschonten und eine große Grausamkeit an den Tag legten. "Das geht uns alle an, diesen Vormarsch zu stoppen."

Als rechtliche Grundlage für die Lieferungen bezeichnete ein Sprecher des Auswärtigen Amtes die Bitte Iraks an die Vereinten Nationen und damit auch seiner Mitgliedstaaten, dem Land bei der Ausübung seines Selbstverteidigungsrechts zu helfen. "Wir prüfen unterhalb der Schwelle im Augenblick von Waffen, was wir an Ausrüstungsgütern im Moment zur Verfügung stellen können", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Von der Leyen sagte in der ARD, es bestehe großer Bedarf an bei militärischer Ausrüstung. "Da können wir andere entlasten, die Waffen liefern - und das ist unsere Aufgabe", sagte sie. Im Augenblick stelle die Regierung mit Hochdruck die Lieferungen zusammen. Zudem werde an einem schnellen Transport in die betroffenen Gebiete gearbeitet. Dabei spiele das irakische Nachbarland Türkei eine wichtige Rolle.

la/dpa/reuters

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