Sonntag, 22. September 2019

Wegen Zwangsabgabe Zypern bietet Russen EU-Staatsbürgerschaft an

Russische Geschäftsleute in Limassol: Für russische Staatsbürger gelten Visa-Beschränkungen

Russische Investoren verlieren durch die geplante Zwangsabgabe in Zypern wohl Milliarden. Präsident Anastasiades will die Geschäftsleute nun besänftigen und bietet ihnen als Ausgleich für den finanziellen Verlust die Staatsbürgerschaft an.

Limassol - Der zyprische Präsident Nikos Anastasiades hat Ausländern, die durch die Bedingungen für die EU-Hilfen mindestens drei Millionen Euro verloren haben, die zyprische Staatsbürgerschaft angeboten. Dies sagte Anastasiades vor russischen Geschäftsleuten in der Küstenstadt Limassol.

Seine Regierung arbeite derzeit an einer Reihe von Maßnahmen, um den "Schaden für die russische Business-Gemeinde" zu begrenzen, sagte der Präsident in der zweitgrößten Stadt Zyperns, in der sich viele Russen niedergelassen haben und die deshalb den Spitznamen "Limassolgrad" trägt.

Die Maßnahmen sollten ab Montag bei einer zweitägigen Kabinettstagung verabschiedet werden, sagte der Präsident. Eine EU-Staatsbürgerschaft ist für viele Russen unter anderem wegen der für russische Staatsbürger geltenden Visa-Beschränkungen interessant.

Die Ratingagentur Moody's schätzt die Einlagen von Russen bei zyprischen Banken auf insgesamt 31 Milliarden Euro. Wer mehr als 100.000 Euro auf einem zyprischen Konto hat, ist von einem Zwangsabschlag von bis zu 60 Prozent betroffen. Dies war im Rahmen des Rettungsplans für die von der Pleite bedrohte Mittelmeerinsel beschlossen worden. Die Euro-Staaten und der Internationale Währungsfonds (IWF) hatten Zypern Ende März Notkredite in Höhe von zehn Milliarden Euro zugesagt.

mg/afp

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