Donnerstag, 22. August 2019

Troika-Bericht Zypern steht vor desaströsem Wirtschaftseinbruch

Einkaufsstraße in Nikosia: Die Arbeitslosigkeit wird wohl ähnlich wie in Spanien und Griechenland deutlich steigen

Die von den internationalen Geldgebern geforderten Einschnitte und Reformen werden Zypern wohl hart treffen: Die Troika erwartet für dieses Jahr einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um knapp 8 Prozent. Erst ab 2015 soll das Bruttoinlandsprodukt wieder wachsen.

Brüssel - Die Wirtschaftsleistung Zyperns wird nach Einschätzung seiner internationalen Gläubiger in diesem Jahr um fast 8 Prozent schrumpfen. Das ergibt sich aus Zahlen in einer Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) zwischen beiden Seiten, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

Für 2014 rechnet die Troika ausEuropäischer Union, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) den Informationen zufolge mit einem Minus von etwa 3 Prozent. In den Jahren 2015 und 2016 soll es wieder ein Wachstum von je einem Prozent geben.

Zypern soll der Vereinbarung zufolge vom Jahr 2017 an einen Primärüberschuss von 4 Prozent erzielen. Im Primärhaushalt sind Zinszahlungen nicht berücksichtigt. Dem Dokument zufolge soll in diesem Jahr das Primärdefizit bei 2,4 Prozent im Vergleich zur Wirtschaftsleistung liegen. Im kommenden Jahr sind 4,25 Prozent und im Jahr darauf 2,1 Prozent geplant.

2016 soll Zypern ohne Berücksichtigung des Schuldendienstes wieder mehr Geld einnehmen als ausgeben. Dann ist ein Primärüberschuss von 1,2 Prozent vorgesehen.

Der Mittelmeerstaat hat sich mit der Troika auf ein Rettungspaket im Umfang von zehn Milliarden Euro geeinigt. Im Gegenzug muss die Regierung etwa Steuern und Gebühren erhöhen, das Renteneintrittsalter anheben und die Verwaltung reformieren.

mg/rtr

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