Mittwoch, 19. Februar 2020

Euro-Zone Arbeitslosigkeit im Euro-Raum auf Rekordhoch

Arbeitslose in Madrid: Vor allem die jungen Menschen leiden unter der Krise

Die Arbeitslosigkeit in den 17 Euro-Ländern hat einen neuen Rekord erreicht. Im Februar waren rund 19 Millionen Menschen ohne Job. Während Deutschland mit 5,4 Prozent am besten dasteht, klettert die Quote in Griechenland und Spanien über die Marke von 26 Prozent.

Luxemburg - Im Februar habe die Arbeitslosenquote bei 12 Prozent gelegen, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat mit. Die Januar-Quote revidierte die Behörde ebenfalls auf den Höchstwert von 12 Prozent (zuvor 11,9 Prozent). Vor einem Jahr lag die Quote mit 11,2 Prozent noch deutlich niedriger.

In den 17 Euro-Ländern waren somit 19 Millionen Männer und Frauen arbeitslos gemeldet - knapp 1,8 Millionen mehr als im Februar 2012. In der gesamten Europäischen Union hatten 26,34 Millionen Menschen keinen Job.

Die Spaltung zwischen dem Norden und dem krisengeschüttelten Süden Europas ist weiterhin sehr groß: Während Österreich mit 4,8 Prozent, Deutschland mit 5,4 Prozent und Luxemburg mit 5,5 Prozent Arbeitslosigkeit am besten dastehen, sind Griechenland und Spanien mit jeweils mehr als 26 Prozent sowie Portugal mit 17,5 Prozent am härtesten von der Arbeitslosigkeit betroffen.

Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland am höchsten

Auch die jungen Menschen leiden im Süden Europas besonders unter der Krise. In Griechenland hat inzwischen fast jeder sechste unter 25 Jahren keine Arbeit (58,4 Prozent). In Spanien liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 55,7 Prozent, in Portugal bei 38,2 Prozent und in Italien bei 37,8 Prozent.

Am geringsten ist die Quote in Deutschland mit 7,7 Prozent, gefolgt von Österreich mit 8,9 Prozent und den Niederlanden mit 10,4 Prozent. Im Durchschnitt lag die Jugendarbeitslosigkeit in der Euro-Zone im Februar bei 23,9 Prozent und damit leicht unter dem Wert des Vormonats.

Rasche Besserung ist nicht in Sicht. Nach einer Umfrage des Markit-Instituts unter rund 3000 Industriebetrieben in der Euro-Zone wurden im März bereits den 14. Monat in Folge Stellen gestrichen. Besonders stark war der Abbau in Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Irland und Griechenland. In Deutschland und Österreich hingegen wurden unter dem Strich wieder Stellen geschaffen.

Die EU-Kommission rechnet für dieses Jahr mit einem Anstieg der durchschnittlichen Arbeitslosenquote auf 12,2 Prozent. Erst 2014 soll sie wieder sinken, wenn auch nur minimal auf 12,1 Prozent. Grund dafür ist die schwere Wirtschaftskrise in der Währungsunion. Das Bruttoinlandsprodukt wird nach Prognose der EU-Kommission in diesem Jahr mit einem Rückgang von 0,3 Prozent zum zweiten Mal in Folge sinken. Besonders düster sieht es in Griechenland, Spanien und Italien aus.

mg/afp/rtr

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