Sonntag, 18. August 2019

Zypern-Plan als Blaupause Dijsselbloem revidiert EU-Direktive

Jeroen Dijsselbloem: "Zypern ist kein Modell für andere Länder"

Die Ankündigung von Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem, den Zypern-Rettungsplan als Blaupause für andere EU-Wackelkandidaten zu nehmen, hatte gestern für erhebliche Aufruhr an den Finanzmärkten gesorgt. Nun rudert der niederländische Finanzminister zurück.

Frankfurt am Main - Die Bankenrettung in Zypern ist laut dem Chef der Euro-Gruppe, Jereon Dijsselbloem, kein Modell für andere Länder. "Zypern ist ein besonderer Fall mit außergewöhnlichen Herausforderungen", schreibt der niederländische Finanzminister in einer Mitteilung.

Damit widerspricht er einem Bericht der "Financial Times". Diese hatte ihn mit der Aussage zitiert, nach der das Zypern-Programm zum Vorbild für die Euro-Zone werden sollte. In der neuen Mitteilung heißt es hingegen: "Makroökonomische Anpassungsprogramme sind für die betroffenen Länder maßgeschneidert und es werden keine Modelle oder Vorlagen genutzt."

Dijsselbloems gestrige Aussage hatte für erhebliche Unruhe an den Finanzmärkten gesorgt. Investoren fürchteten, dass der Plan zur Sanierung von Zyperns Banken als Blaupause für künftige Rettungspakete dienen könnte.

In Zypern werden Großanleger, Eigentümer und Gläubiger der beiden größten Banken der Insel zu ihrer Rettung herangezogen. Die zweitgrößte Bank, Laiki, soll aufgespalten werden und am Ende de facto vom Markt verschwinden. Kunden mit Einlagen von mehr als 100.000 Euro müssen mit erheblichen Verlusten rechnen. Dieses Vorgehen ist in der Euro-Zone bisher einzigartig.

mg/dpa-afx

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung