Wettbewerbsverstoß Brüssel schießt sich auf Spaniens Fußballhilfe ein

Kommt auf Spaniens Seele der nächste Schock zu? Die EU hat Spaniens Fußball ins Visier genommen - und will prüfen, ob die Staatsunterstützung für mehrere spanischen Vereine rechtens ist. Sollte Brüssel den Daumen senken, sieht es für manche Fußballclubs in Spanien finster aus.
Nelson Valdez (r.), Valenzia: Probleme mit Brüssel

Nelson Valdez (r.), Valenzia: Probleme mit Brüssel

Foto: Tobias Hase/ dpa

Brüssel - Die EU-Kommission zweifelt an der Zulässigkeit staatlicher Unterstützung für mehrere spanische Fußballvereine. Man habe einen Fragebogen an die spanischen Behörden geschickt und um Informationen gebeten, sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia am Montag in Brüssel. Dabei gehe es um einen Nachlass bei Sozialabgaben, Sozialversicherungsschulden und Steuerschuld. "In diesem Stadium handelt es sich um eine Vorermittlung, wir haben noch keine offizielle Untersuchung eröffnet", betonte der Sprecher.

Laut spanischen Medien soll es sich um drei Fußballvereine aus Valencia handeln, die ihre Schulden nicht zurückzahlen konnten. Falls die obersten Wettbewerbshüter Europas zu dem Schluss kommen, dass die finanzielle Unterstützung für die Clubs gegen die EU-Regeln verstößt, müssten die Vereine die Gelder zurückzahlen.

Erst vor einer Woche hatte die EU-Kommission damit begonnen, staatliche Finanzhilfen für niederländische Fußballclubs unter die Lupe zu nehmen. Dabei geht es um die Unterstützung von fünf Gemeinden für ihre Proficlubs. So hatte die Heimatstadt der PSV Eindhoven dem Erstligisten mehr als 48 Millionen Euro für Land gezahlt, das sie ihm anschließend verpachtete. Die Wettbewerbshüter prüfen nach eigenen Angaben auch Hilfen für Proficlubs in weiteren EU-Ländern.

kst/dpa/rtr
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