Referendum Schweizer schränken Vergütungen für Manager drastisch ein

Manager in der Schweiz müssen sich auf drastische Beschränkungen bei der Vergütung einstellen. In einem Referendum votierten gut zwei Drittel der Bürger für den hoch umstrittenen Gesetzesvorschlag der Initiative "Gegen die Abzockerei". Initiator ist ein Unternehmer.
Vergebene Müh': Schweizer Manager wehrten sich im Wahlkampf gegen drohende Vergütungsbeschränkungen

Vergebene Müh': Schweizer Manager wehrten sich im Wahlkampf gegen drohende Vergütungsbeschränkungen

Foto: Thomas Burmeister/ dpa

Bern - Die Schweizer haben am Sonntag einer Initiative gegen überzogene Managervergütungen mit deutlicher Mehrheit zugestimmt. Die entsprechende Initiative des Unternehmers und unabhängigen Abgeordneten Thomas Minder "gegen die Abzockerei" befürworteten nach offiziellen Angaben 67,9 Prozent der Teilnehmer eines landesweiten Referendums.

Die nach Minder benannte Initiative zielt darauf ab, Exzesse bei Bonus-Zahlungen, Abfindungen und Gehältern für Manager börsennotierter Unternehmen durch die Stärkung der Aktionärsrechte zu unterbinden. Über die Höhe von Managervergütungen sollen die Aktionäre jährlich entscheiden können. Verstöße gegen entsprechende gesetzliche Regelungen sollen mit bis zu drei Jahren Gefängnis und hohen Geldbußen bestraft werden können.

Der Vorschlag war vom Wirtschaftsdachverband Economiesuisse und den bürgerlichen Parteien mit einer millionenteuren Kampagne bekämpft worden. Sie warnten vor Nachteilen für die internationale Wettbewerbsfähigkeit von in der Schweiz ansässigen Konzernen. Die politische Linke befürwortete die Initiative hingegen mehrheitlich.

Minder äußerte sich erfreut. "Ich bin froh, dass der lange Kampf vorbei ist", sagte der parteilose Abgeordnete im Schweizer Fernsehen SRF, bevor das amtlicher Ergebnis feststand. Nun beginne der Kampf um die Umsetzung.

"Man weiß ja, wie zerstritten das Parlament ist", sagte Minder. Die eidgenössischen Abgeordneten hatten jahrelang um die Initiative und Gegenvorschläge gerungen, bevor das Volksbegehren endlich am Sonntag zur Abstimmung gelangte.

nis/dpa/rtr

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