Sonntag, 15. Dezember 2019

Dramatischer Anstieg 62 Prozent der jungen Griechen arbeitslos

Schlangen vor der Arbeitsvermittlung: Arbeitslosigkeit steigt unter Griechenlands Jugend weiter

Die Arbeitslosigkeit in Griechenland klettert auf atemberaubende Negativwerte. Vor allem für junge Menschen unter 24 Jahren spitzt sich die Lage offenbar dramatisch zu. Knapp 62 Prozent von ihnen hatten im November 2012 keinen Job.

Athen - Die Nachrichten über Griechenlands Wirtschaft klangen zuletzt wieder zuversichtlicher. "Das Risiko für einen zwanghaften Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone wurde drastisch reduziert", sagte Giorgos Provopoulos, Gouverneur der Notenbank, erst heute in Athen. Doch auf dem Arbeitsmarkt macht sich dieallmähliche Besserung noch nicht bemerkbar. Im Gegenteil. Gerade für Griechenlands Jugend wird die Lage offenbar immer auswegloser.

Vor allem für junge Menschen unter 24 Jahren spitzt sich die Lage dramatisch zu - knapp 62 Prozent hatten im November keinen Job, verglichen mit 50 Prozent im Vorjahresmonat, wie das Statistikamt am Donnerstag mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg insgesamt auf 27 Prozent nach 26,8 Prozent im Vormonat. Im November 2011 hatte die Quote bei 20,8 Prozent gelegen, im November 2008 waren es noch gut acht Prozent gewesen. Insgesamt waren 1.350 181 Menschen in Griechenland arbeitslos.

Die krisengeschüttelte griechische Wirtschaft schrumpfte 2012 den Statistikern zufolge nochmals um 6,5 Prozent. Im Vergleich zur Situation vor einem Jahr stand Griechenland im vierten Quartal 2012 mit einem um 6 Prozent gesunkenem Bruttoinlandsprodukt (BIP) am schlechtesten in Europa da, wie die Statistikbehörde Eurostat ermittelte.

Das Arbeitsinstitut des griechischen Gewerkschaft-Dachverbandes (GSEE) warnte vor einer weiteren Verschlechterung am Arbeitsmarkt. Mit dem weiteren Schrumpfen der Wirtschaft könnte die Arbeitslosenquote die 30-Prozent-Marke übertreffen. Die griechische Wirtschaftsleistung dürfte 2013 zum sechsten Jahr in Folge sinken. Die Schätzungen liegen bei einem Minus von 4,5 Prozent. Der soziale Friede sei gefährdet, hieß es in dem Bericht. Für den 20. Februar haben die griechischen Gewerkschaften erneut zu einem Generalstreik aufgerufen.

In Griechenland ist die Arbeitslosenhilfe bisher auf ein Jahr begrenzt. Das neue Spar- und Reformprogramm sieht vor, dass Langzeitarbeitslose ab 2014 für ein weiteres Jahr Hilfe in Höhe von monatlich 200 Euro erhalten sollen.

kst/dpa-afx

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