Gepfefferte Strafzölle USA bannen Chinas Billigsolarprodukte

Kampfansage an China: Die USA haben Solar-Billigimporte aus China mit gepfefferten Strafzöllen belegt. Bis zu 250 Prozent können US-Behörden nun die betroffenen Produkte in den USA verteuern - deutlich mehr als bisher gedacht. China reagierte prompt und kritisierte die Zölle scharf.
Chinas Solarzellen-Experte Suntech: Eines der Hauptziele der neuen US-Strafzölle

Chinas Solarzellen-Experte Suntech: Eines der Hauptziele der neuen US-Strafzölle

Foto: PETER PARKS/ AFP

Washington - Die USA haben Solarprodukte aus der Volksrepublik mit hohen Strafzöllen belegt. Die Zwangsabgaben wegen Preisdumpings betragen für Solarzellen und Solarmodule aus chinesischer Herstellung zwischen 18,32 und 249,96 Prozent, wie das US-Handelsministerium am Mittwoch mitteilte. Dazu kommen Anti-Subventionszölle von 14,78 bis 15,97 Prozent, um Exporthilfen der chinesischen Regierung zu kontern. Diese liegen damit deutlich über den Anfang des Jahres zunächst verkündeten Raten.

Die Strafzölle richten sich den Angaben zufolge zwar vor allem gegen die Firmen Suntech Power  und Trina Solar. Insgesamt seien aber mindestens 60 chinesische Solarhersteller betroffen, erklärte das Handelsministerium. Die Zölle müssen noch von der Internationalen Handelskommission der USA bestätigt werden, die im November eine Entscheidung treffen soll.

Die chinesische Regierung kritisierte die Strafzölle am Donnerstag scharf. Das Handelsministerium in Peking verlangte, dass Washington von seinem "verfehlten Weg" abkehre und die Entscheidung "so schnell wie möglich" revidiere. China hatte im Juli eine eigene Untersuchung angeblicher US-Subventionen für Solarfirmen eingeleitet.

Die chinesische Konkurrenz macht den Solarherstellern in den USA und auch in Europa, insbesondere in Deutschland, schwer zu schaffen. Die Branche wirft chinesischen Unternehmen vor, durch unbegrenzten Zugang zu billigen Krediten vom Staat subventioniert zu werden und so zu Schleuderpreisen anbieten zu können.

Die USA und China liegen in einer Reihe von Handelsfragen über Kreuz. Beide Seiten reichten im September wegen umstrittener Anti-Dumping-Maßnahmen und unerlaubter Subventionen gegenseitig Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) ein. Die USA verdächtigen China zudem, seine Währung gegenüber dem Dollar künstlich niedrig zu halten, um auf dem Weltmarkt billiger anbieten zu können.

kst/afp/rtr
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