Deutscher Großhandel Größter Preisschub seit November 2011

Der Preisdruck im Großhandel hat überraschend kräftig zugenommen. Binnen Jahresfrist verteuerten sich im September Waren um 4,2 Prozent. Dies ist der größte Anstieg seit November 2011. Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse trieben die Teuerungswelle besonders an.
Großmarkt Hamburg: Preise ziehen auch für Lebensmittel an

Großmarkt Hamburg: Preise ziehen auch für Lebensmittel an

Foto: Bodo Marks/ dpa

Wiesbaden - Preiserhöhungen im Energiesektor lassen die Großhandelspreise weiter steigen. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, legten die Verkaufspreise im deutschen Großhandel im September im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,2 Prozent zu. Das war den Angaben zufolge die stärkste Erhöhung seit November 2011. Im August hatte der Preisanstieg 3,1 Prozent betragen, im Juli 2,0 Prozent.

Als Preistreiber erwiesen sich im September feste Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse, die sich binnen einen Jahres um 11,3 Prozent verteuerten. Kräftige Preisanstiege gab es auch im Großhandel mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln. Diese Waren verteuerten sich um 15,4 Prozent.

Auch die Handelspreise für Fleisch und Fleischwaren kletterten mit 8,3 Prozent kräftig. Dem standen Preisrückgänge um 3,9 Prozent bei Erzen und Metallen gegenüber. Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze verbilligten sich noch stärker - um 21,3 Prozent. Zum Vormonat zogen die Großhandelspreise um 1,3 Prozent an. Auch hier wurden die Experten auf dem falschen Fuß erwischt, da sie nur einen Anstieg um 0,5 Prozent erwartet hatten.

Die Großhandelspreise gelten wie die Preise der Erzeuger und die der Importe als Frühindikator für die Entwicklung der Lebenshaltungskosten. Denn sie geben die Richtung für den Einzelhandel vor. Die Inflation lag im September nach vorläufigen Daten bei 2,0 Prozent. Die endgültigen Daten werden am Donnerstag erwartet.

kst/dapd/rtr
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