US-Präsidentschaftswahl Romney verspricht zwölf Millionen neue Jobs

US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat seine Anhänger auf dem Parteitag der Republikaner mit großen Versprechen begeistert. Der Multimillionär präsentierte sich als Garant für eine bessere Zukunft und warb vor allem um die Stimmen der Arbeitslosen.
Mitt Romney bei seiner Rede auf dem Parteitag: "Amerika wird ein Militär aufrechterhalten, das so stark ist, dass keine Nation jemals wagen würde, es auf die Probe zu stellen"

Mitt Romney bei seiner Rede auf dem Parteitag: "Amerika wird ein Militär aufrechterhalten, das so stark ist, dass keine Nation jemals wagen würde, es auf die Probe zu stellen"

Foto: MARK WILSON/ AFP

Tampa - Mitt Romney hat mit seiner Rede zum Abschluss des Nominierungsparteitags der Republikaner die heiße Phase im Kampf um das Weiße Haus eröffnet. Der Multimillionär kündigte an, die Arbeitslosigkeit zu halbieren und den Staatshaushalt auszugleichen.

Mit außenpolitischer Stärke und einer Überwindung politischer Gräben im Inneren werde er "eine bessere Zukunft" schaffen. Zugleich wolle er den von Amtsinhaber Barack Obama enttäuschten Wählern neuen Optimismus einhauchen. "Wenn ich zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt werde, will ich mit meiner ganzen Energie und mit meiner ganzen Seele dafür arbeiten, Amerika wieder aufzurichten", sagte der 65-Jährige.

Zuvor hatte er die Nominierung seiner Partei für die Wahl am 6. November offiziell unter lautem Jubel seiner Fans angenommen. Kommentatoren sprachen von der wichtigsten Rede seines Lebens. Sie wurde von allen bedeutenden Fernsehsendern in den USA live übertragen. Die Tausenden Delegierten in der Halle machten mehrfach ihre Begeisterung mit lauten "USA, USA"-Rufen deutlich. Minutenlanger Konfettiregen und unzählige herabfallende Luftballons sorgten für eine perfekte Show.

"Ich will, dass Amerika erfolgreich ist"

"Was Amerika braucht, sind Jobs. Viele Jobs", sagte Romney. Er wolle zwölf Millionen Arbeitsplätze schaffen. Konkret stellte er einen Fünf-Punkte-Plan vor. Demnach sollen die USA unabhängig von Energielieferungen aus dem Ausland werden. Bildung und Jobtraining sollen verstärkt werden. Neue internationale Handelsvereinbarungen, ein ausgeglichener Haushalt und Steuersenkungen für Unternehmen wie der Abbau von Regulierungen gehören ebenfalls zu den Vorhaben.

Immer wieder griff Romney seinen demokratischen Gegner im Kampf ums Weiße Haus frontal an. "Ich wünschte, Präsident Obama wäre erfolgreich gewesen, weil ich will, dass Amerika erfolgreich ist", sagte der Republikaner und ergänzte: "Präsident Obama hat versprochen, die Anhebung der Meeresspiegel zu verlangsamen und den Planeten zu heilen. Mein Versprechen ist, Ihnen und Ihrer Familie zu helfen." Es sei Zeit, "die Enttäuschung der vergangenen vier Jahre hinter uns zu lassen".

Minuten vor der Rede hatte die Hollywood-Legende Clint Eastwood ("Dirty Harry") das Publikum mit einer brillanten Schauspielereinlage angeheizt. Der 82-Jährige machte sich über Obama lustig und sprach zum Präsidenten, als würde dieser neben ihm sitzen. Alle Welt habe vor Rührung geweint, als Obama die Wahlen gewann, sagte Eastwood. Jetzt gebe es 23 Millionen Arbeitslose in den USA. "Das ist etwas, worüber man weinen könnte."

Härtere außenpolitische Linie

Romney nutzte seinen wichtigsten Wahlkampfauftritt auch, um sich als Familienmensch und Mann des Volkes vorzustellen. Er sprach mit Rührung in der Stimme über seine verstorbene Mutter, die ihm beigebracht habe, Frauen genauso zu respektieren wie Männer, und von seinen fünf Söhnen. Zudem bemühte sich der Multimillionär dem Vorwurf entgegenzuwirken, er stehe für soziale Kälte: "Amerika wird sich um die Armen und Kranken kümmern, wird die Älteren ehren und respektieren und wird den Bedürftigen eine helfende Hand reichen", sagte er.

Außenpolitisch dagegen kündigte Romney für den Fall seiner Wahl wieder mehr Härte an. Anders als Obama würde er sich nicht in der Welt für Amerikas Stärke entschuldigen. "Amerika wird ein Militär aufrechterhalten, das so stark ist, dass keine Nation jemals wagen würde, es auf die Probe zu stellen". Er wolle diplomatisch auf alte, parteiübergreifende Tugenden seiner Nation aufbauen: "Wir werden Amerikas demokratische Ideale ehren, weil eine freie Welt eine friedlichere Welt ist."

Romneys Kritiker werfen dem ehemaligen Manager der Beteiligungsgesellschaft Bain Capital vor, kalt und unnahbar zu sein. Romney selber versprach in Tampa, dass angesichts hoher Arbeitslosigkeit und einer schwächelnden Konjunktur gerade seine Wirtschaftserfahrungen den USA wieder zu früherer Größe verhelfen können. "Jetzt ist die Zeit gekommen, um Amerika sein Versprechen zurückzugeben", sagte Romney.

Mit seiner Rede beendete Romney den dreitägigen Parteitag der Republikaner. Die Veranstaltung sollte den Kandidaten einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen und seine Umfragewerte verbessern. Bislang liefert sich der Republikaner ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Obama. Der Demokrat tritt für eine zweite Amtszeit und soll in der kommenden Woche bei dem Parteitag der Demokraten in Charlotte (North Carolina) offiziell nominiert werden. Seine große Antrittsrede ist für den 6. September geplant, am 6. November wird dann gewählt.

mg/dpa/rtr
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