Treffen in Rom Merkel und Monti einig über Sparkurs

Harmonie in Rom: Beim Italien-Besuch der Kanzlerin war von Differenzen zwischen Angela Merkel und dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti nicht viel zu spüren. Merkel mahnte weitere Sparanstrengungen an, und Monti gelobte, die Schulden weiter zu reduzieren.
Traute Zweisamkeit: Kanzlerin Merkel und Ministerpräsident Monti in Rom

Traute Zweisamkeit: Kanzlerin Merkel und Ministerpräsident Monti in Rom

Foto: Riccardo De Luca/ AP

Rom - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in Italien eindringlich für die Fortsetzung von Strukturreformen geworben - auch wenn diese schmerzhaft seien. Mit Blick auf die deutschen Erfahrungen sagte sie am Mittwoch nach einem Treffen mit Italiens Ministerpräsident Mario Monti, notwendig seien dazu Entschlossenheit und Geduld.

"Der Erfolg wird sich auch in Italien einstellen. Das dauert aber länger als einen Monat", sagte Merkel bei den deutsch-italienischen Regierungskonsultationen. Es sei letztlich eine Frage der Gerechtigkeit und nicht einer "Austeritätspolitik", dafür zu sorgen, dass die nächsten Generationen angesichts des demografischen Wandels überhaupt noch finanzpolitische Spielräume hätten. "Das haben wir nur geschafft, weil zwischendurch auch Dinge geschehen sind, die sehr hart für einige waren", sagte Merkel mit Verweis auf die Anhebung des Renteneintrittsalters.

Merkel lobte die Strukturreformen, die Montis Regierung angestoßen habe und spielte die Differenzen nach dem letzten EU-Gipfel herunter. Monti hatte vergangenen Freitag die Beschlüsse der Euro-Zone als Einstieg in Eurobonds bezeichnet und damit eine heftige innenpolitische Debatte in Deutschland ausgelöst.

Der italienische Ministerpräsident seinerseits kündigte an, weiter an einer Reduzierung der Schuldenaufnahme in Italien zu arbeiten. Das Defizit war im ersten Quartal allerdings auf 8 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen - das tiefste Haushaltsloch seit drei Jahren. Grund für die zu Jahresbeginn ausufernden Schulden in Italien war der Rückgang der Einnahmen sowie der Anstieg der staatlichen Ausgaben.

cr/rtr

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