Syrien Assad spricht erstmals von Krieg

Mehr als ein Jahr nach Beginn der Proteste gegen sein Regime sieht der syrische Präsident Baschar al-Assad sein Land im Kriegszustand. Bisher hatte der Diktator immer Ausländer für die Gewalt verantwortlich gemacht.
Syriens Präsident Assad: "Unsere gesamte Politik, Anordnungen und alle Bereiche werden darauf ausgerichtet sein, diesen Krieg zu gewinnen"

Syriens Präsident Assad: "Unsere gesamte Politik, Anordnungen und alle Bereiche werden darauf ausgerichtet sein, diesen Krieg zu gewinnen"

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REUTERS / SANA

Beirut - "Unsere gesamte Politik, Anordnungen und alle Bereiche werden darauf ausgerichtet sein, diesen Krieg zu gewinnen", sagte er nach Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Sana bei einer Rede vor dem neuen Kabinett in Damaskus. Bisher hatte Assad stets erklärt, ausländische Terroristen hätte die Gewalt im Land angezettelt.

Das neue Kabinett wurde am Dienstag vereidigt. Assad hatte nach der Wahl Anfang Mai zugesagt, auch Politiker anderer Parteien in seine Regierung zu holen. Die neue Regierung wird jedoch von einem Vertrauten Assads geführt, die Minister für Äußeres, Verteidigung und Inneres behielten ihre Ämter. Die Opposition hatte die Wahl boykottiert.

Türkei verstärkt offenbar Truppen an der Grenze

Unterdessen verschärft sich der Konflikt mit der Türkei weiter. Nach der Androhung von Präventivangriffen gegen Syrien hat die türkische Armee offenbar damit begonnen, ihre Präsenz an der Grenze zum südlichen Nachbarn zu verstärken. Nach übereinstimmenden Presseberichten wurden zusätzliche Panzereinheiten ins Grenzgebiet im südostanatolischen Nusaybin und Cizre verlegt. Neben Panzern sei auch Artillerie ins Grenzgebiet verlegt worden.

Hintergrund der Offensive ist der Abschuss eines türkischen Kampfjets durch syrisches Militär am vergangenen Freitag. Ankara wirft Damaskus vor, das Flugzeug ohne jede Vorwarnung über internationalen Gewässern abgeschossen zu haben. Die syrische Regierung rechtfertigte ihr Vorgehen jedoch damit, dass der Militärjet in den Luftraum ihres Landes eingedrungen sei. Eine Entschuldigung lehnte Damaskus bisher ab.

Erst gestern hatte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan erklärt, jede syrische Truppeneinheit, die sich der Grenze nähere, werde ab sofort als militärisches Ziel gewertet und bekämpft. Die Nato hatte die syrische Aktion zuvor aufs Schärfste verurteilt.

mg/dapd/afp
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