Parlamentswahl Frankreich Sozialisten hoffen auf absolute Mehrheit

Linksruck in Frankreich: Die Sozialisten regieren künftig nicht nur im Elysée, sondern auch in der Nationalversammlung. Hochrechnungen zufolge kann die Partei von Präsident François Hollande auf die absolute Mehrheit hoffen. Mit der UMP von Nicolas Sarkozy sind die Franzosen fertig.
Präsident Hollande: Linkes Programm ohne Zustimmung durchsetzen

Präsident Hollande: Linkes Programm ohne Zustimmung durchsetzen

Foto: BERTRAND LANGLOIS/ AFP

Paris - Den offiziellen Zahlen des Pariser Innenministeriums und den daraus abgeleiteten Hochrechnungen zufolge kann die Parti Socialiste (PS) von Präsident François Hollande im zweiten Durchgang am kommenden Sonntag 283 bis 329 Sitze erlangen - die absolute Mehrheit liegt bei 289 Abgeordneten. Schaffen die Sozialisten diese Hürde, könnten sie ihr linkes Programm ohne die Zustimmung der Grünen und der Linksfront durchsetzen.

Die konservative UMP von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy kann zwischen 210 und 263 Abgeordnete in das Parlament schicken. Die rechtsextreme Front National - obwohl mit 13,6 Prozent so stark wie noch nie in ihrer Geschichte - kann voraussichtlich nur in bis zu drei Wahlkreisen im zweiten Wahlgang eine Mehrheit erreichen.

Aus der ersten Runde der Parlamentswahlen vergangenen Sonntag war die PS als stärkste Partei hervorgegangen. Landesweit holte sie 29,4 Prozent der Stimmen. In der ersten Wahlrunde vor fünf Jahren hatten die Sozialisten lediglich bei 24,7 Prozent gelegen. Die Grünen kamen landesweit auf 5,5 Prozent und können auf eine Koalition mit den Sozialisten hoffen.

Die UMP bekam lediglich 27,1 Prozent der Stimmen im Vergleich zu 39,5 Prozent im Jahr 2007. Da die Konservativen im Gegensatz zur Parti Socialiste über keine Koalitionsmöglichkeiten verfügt, wird sie erstmals seit 2002 wieder auf die Oppositionsbank müssen.

Die rechtsextreme Front National (FN) erreichte 13,6 Prozent, kann aber, wenn überhaupt, nur mit einer Handvoll Mandate rechnen. Knapp sieben Prozent stimmten für das Linksbündnis Front de Gauche. In Frankreich gilt das absolute Mehrheitswahlrecht, das kleinere Parteien ohne Bündnispartner wie die FN stark benachteiligt.

Die endgültige Entscheidung über die Sitzeverteilung fällt in der zweiten Runde am Sonntag. Die Wahlbeteiligung in der ersten Runde lag bei nur 57 Prozent.

ts/dpa/dapd
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