Mehrere Tote Erneut schweres Erdbeben in Italien

Der Norden Italiens kommt nicht zur Ruhe: Erneut hat ein schweres Erdbeben die Region Emilia-Romagna erschüttert und mehrere Menschen in den Tod gerissen. Erst vor neun Tagen hatte dort ein Beben mehrere Menschen getötet und schwere Schäden angerichtet.
Panik in Mailand: Das Erdbeben hatte eine Stärke von 5,8

Panik in Mailand: Das Erdbeben hatte eine Stärke von 5,8

Foto: Salmoirago Paolo/ dpa

Mailand - Der Erdstoß der Stärke 5,8 erschütterte am Dienstagmorgen die Gegend um Modena und war im gesamten Norden Italiens von Südtirol bis in die Toskana zu spüren. Tausende Menschen rannten in Panik auf die Straße. Rund um Bologna wurde der Zugverkehr vorübergehend eingestellt. In der Toskana wurden Behördengebäude sicherheitshalber geräumt.

Beim Einsturz einer Fabrik starben in San Felice del Panaro drei Menschen, wie ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur Ansa sagte. Weitere Todesopfer gab es in Mirandola, Concordia und Finale. In Rovereto di Novi starb der Dorfpriester.

In der gesamten Region stürzten Gebäude ein, die bereits bei dem vorangegangenen Beben neun Tage zuvor schwer beschädigt worden waren. "Letzte Nacht war die erste, die wir seit dem ersten Erdbeben wieder zu Hause verbracht haben. Und dann kam das nächste Beben", sagte ein Bewohner der Stadt Sant'Agostino dem Sender Sky TG24.

417 Nachbeben

In Venedig stürzte durch die Erschütterung eine Statue nahe dem Piazzale Roma in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs um und krachte haarscharf neben einer Passantin aufs Pflaster. Polizei und Zivilschutzbehörden in ganz Norditalien wurden mit Anrufen verängstigter Bürger überschüttet, das Telefonsystem war in den Minuten nach dem Erdstoß zeitweise überlastet.

In Italien bebt seit Tagen immer wieder die Erde. Italienischen Medien zufolge wurden seit dem schweren Beben vom 20. Mai 417 Nachbeben gezählt, davon drei mit einer Magnitude über 5,0.

Das Beben vom 20. Mai in der Region um Ferrara hatte schwere Schäden an historischen Bauten und Kirchen angerichtet und Wohnhäuser und Fabriken zerstört. Tausende Menschen wurden obdachlos. Rund 7000 Menschen werden seither in Zeltlagern und Notunterkünften betreut

mg/afp
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