Mittwoch, 22. Januar 2020

Streit um Repsol-Tochter Argentinischer Senat billigt YPF-Enteignung

Argentiniens Präsidentin Fernández de Kirchner weiß die Mehrheit des Volkes hinter sich

Trotz des heftigen Widerstands aus Spanien hat der argentinische Senat für die Enteignung der Repsol-Tochter YPF gestimmt. Auch die nächste parlamentarische Hürde sollte kein Problem sein. Spanien muss sich wohl mit der Verstaatlichung abfinden.

Buenos Aires - Die Teilverstaatlichung der argentinischen Repsol-Tochter YPF geht voran. Der Senat in Buenos Aires stimmte in der Nacht zum Donnerstag mit großer Mehrheit von 63 zu 3 Stimmen für den Gesetzentwurf der Regierung. Dieser wird nächste Woche in der Abgeordnetenkammer debattiert.

Die Zustimmung im Senat galt es als sicher. Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner kann dort auf eine komfortable Mehrheit zählen und selbst Senatoren aus der Opposition hatten angekündigt, die in Argentinien auf große Popularität gestoßene Verstaatlichung von YPF zu unterstützen - auch wenn sie die Art und Weise missbilligten, wie Fernandez' ihr Vorhaben vorantrieb.

Mitte April hatte die Präsidentin angekündigt, die Tochter des spanischen Repsol-Konzerns verstaatlichen zu wollen. Fernández de Kirchner begründet die Enteignung der größten Erdölfirma Argentiniens mit fehlenden Investitionen.

Dem spanischen Konzern Repsol gehören 57 Prozent an YPF. Die Tochter erwirtschaftet ein Viertel des gesamten Konzerngewinns, der Wert der Beteiligung wird auf 18 Milliarden Dollar geschätzt.

Die spanische Regierung kämpft deshalb mit allen Mitteln gegen die Enteignung. Unter anderem hat Madrid die Einfuhr von Biodiesel aus dem lateinamerikanischen Land eingeschränkt. Auch die Welthandelsorganisation (WTO) ist eingeschaltet.

Branchenexperten zufolge handelt es sich um die größte Verstaatlichung im Energiesektor, seit Russland vor rund zehn Jahren den Ölkonzern Yukos des damaligen Magnaten Michail Chodorkowski unter die Kontrolle des Kreml brachte.

mg/dpa/dapd

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