Fotovoltaik Q-Cells beantragt Insolvenz

Der hochverschuldete Solarzellenhersteller Q-Cells wird am Dienstag Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen. Das Aus kommt mit Ansage - die Aktie verliert mehr als ein Drittel an Wert.
Q-Cells in Bitterfeld: Solarfirma in höchster Bedrängnis

Q-Cells in Bitterfeld: Solarfirma in höchster Bedrängnis

Foto: Jan Woitas/ dpa

Bitterfeld-Wolfen - Wie von manager magazin bereits am Freitag angekündigt, wird der hochverschuldete Solarzellenhersteller Q-Cells am Dienstag (3. April) Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen. Das Unternehmen kündigte den Gang zum zuständigen Amtsgericht Dessau am Montag an.

"Nach intensiver Prüfung von alternativen Konzepten zur Umsetzung der Finanzrestrukturierung ist das Management zu der Einschätzung gelangt, dass die Fortführungsprognose für das Unternehmen nicht mit hinreichender rechtlicher Sicherheit wiederhergestellt werden kann", hieß es zur Begründung.

Spekulationen über die bevorstehende Pleite hatten den Aktienkurs von Q-Cells bereits am Montagmorgen um 30 Prozent einbrechen lassen. Kurz vor der Nachricht wurden die Aktien dann für eine Stunde vom Handel ausgesetzt. Ab 15.20 Uhr wurde wieder gehandelt. Am Nachmittag stand das Papier dann mit mehr als 35 Prozent im Minus. Eine Q-Cells-Aktie war für weniger als 14 Cent zu haben.

Q-Cells  hatte am Freitag seinen Sanierungsplan aufgegeben. Entmutigt von einem Gerichtsurteil im Fall des mittlerweile insolventen Holzverarbeiters Pfleiderer, begrub der Konzern das Vorhaben, dass Gläubiger seiner Anleihen dem Unternehmen einen Zahlungsauschub gewähren sollen.

Die Minderheitsgläubiger des Unternehmens hatten sich noch am Montag offen für Verhandlungen gezeigt. "Wir sind gesprächsbereit", sagte Rechtsanwalt Peter Dreier. "Unser Interesse ist nicht die Insolvenz." Nun sei der Vorstand des Unternehmens gefordert.

Das 1999 gegründete Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben 2.200 Mitarbeiter, davon 500 in Malaysia. Der größte Teil der Beschäftigten ist in der ehemaligen Braunkohleregion Bitterfeld tätig.

Nach Solarhybrid, Solar Millennium und Solon ist die Insolvenz von Q-Cells die vierte größere Pleite in der deutschen Solarbranche. Die Unternehmen leiden unter einem großen Preisverfall, der auch auf starke Konkurrenz aus China zurückgeht. Vergangenes Jahr hatte Q-Cells einen Verlust von 846 Millionen Euro ausgewiesen, der Umsatz war um ein Viertel auf rund eine Milliarde Euro eingebrochen.

cr/dpa/dapd/rtr
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