Montag, 21. Oktober 2019

Nach Sparbeschluss Randalierer verwüsten Athens Zentrum

Löscharbeiten an brennendem Kino: Gewalttätige Demonstranten haben in Athen gegen die neuesten Sparbeschlüsse des griechischen Parlaments protestiert

Vermummte Demonstranten haben heftig auf die jüngsten Sparbeschlüsse des griechischen Parlaments reagiert. Fast 50 Gebäude in der Innenstadt haben in der Nacht gebrannt, darunter zahlreiche Banken und Geschäfte. Die großen Parteien des Landes beteuern, sich davon nicht beeindrucken zu lassen.

Athen - Zahlreiche Gruppierungen von Vermummten und gewalttätigen Autonomen haben in der Nacht zum Montag weite Teile des Stadtzentrums Athens verwüstet. "Wir haben enorme Schäden", sagte der Bürgermeister der griechischen Hauptstadt Giorgos Kominis im Fernsehen.

Die Hauptstraßen Panepistimiou, Stadiou, die Einkaufsstraßen Athinas und Ermou und der zentrale Syntagmaplatz vor dem Parlament sahen am Montagmorgen wie ein Trümmerfeld aus. Das griechische Parlament hatte in der Nacht das neue harte Sparprogramm mit klarer Mehrheit gebilligt.

Die Müllabfuhr und dutzende Mitarbeiter der Stadt arbeiteten am Morgen auf Hochtouren, um die Trümmer zu beseitigen. 45 Gebäude wurden nach Feuerwehrangaben angesteckt. Einige davon brannten völlig aus. Zahlreiche Läden und Banken wurden schwer beschädigt und geplündert, dutzende Ampeln zerschlagen.

Ratlose Händler

Empörte Händler standen am Morgen ratlos vor den Trümmern ihrer Geschäfte. Alle Parteien des Landes verurteilten die schweren Ausschreitungen und machten "dunkle Kreise" für das Chaos.

Die schweren Ausschreitungen brachen am Rande einer völlig friedlichen Demonstration von zehntausenden Menschen aus. Sie hatten am Vorabend vor dem Parlament in Athen gegen das harte Sparprogramm zur Rettung Griechenlands protestiert.

Die Randalierer attackierten die Polizei, die anschließend sofort Tränengas einsetzte. Diese spalteten sich und zündeten in verschiedenen Teilen der Stadt gleichzeitig Geschäfte und Banken an. Parallel behinderten sie nach Aussagen eines Sprechers der Feuerwehr die Feuerwehrleute bei der Brandlöschung. Nach Krankenhausangaben wurden 74 Menschen verletzt.

nis/dpa

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