Donnerstag, 14. November 2019

Weiterer Anstieg Arbeitslosigkeit schüttelt Spanien

Geißel Arbeitslosigkeit: Demonstranten in Madrid halten Plakate mit der Aufschrift "Jugend ohne Zukunft" in die Höhe

Zu wenig Jobs, Jobs, Jobs: Spanien kann den Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht stoppen. Die Quote ist zuletzt auf den bisherigen Negativrekord von 22,85 Prozent gestiegen. So schlecht war die Lage seit 1995 nicht mehr in Spanien. Und die Wirtschaftskrise hält das Land wohl weiterhin fest umklammert.

Madrid - Spanien gelingt es nicht, seine Rekordarbeitslosigkeit zu senken. Die Arbeitslosenquote stieg im Schlussquartal 2011 auf 22,85 Prozent - das ist der höchste Stand seit Anfang 1995. Das hat Spaniens Statistikbehörde INE am Freitag mitgeteilt.

Die Gesamtzahl der Arbeitslosen sei um 295.300 auf 5,3 Millionen gestiegen. Auch die Anzahl von Familien, deren berufsfähige Mitglieder alle ohne Job sind, habe sich um 149.800 auf 1,58 Millionen erhöht. Spanien hat seit mehreren Jahren die höchste Arbeitslosenquote in der Europäischen Union (EU).

Die neue Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy will in diesem Frühjahr eine tiefgreifende Reform des Arbeitsmarkts auf den Weg bringen, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Sowohl die spanische Zentralbank als auch der Internationale Währungsfonds (IWF) gehen in ihren jüngsten Schätzungen dennoch von einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit im Laufe des Jahres aus. Denn das Land droht erneut tief in die Rezession zu stürzen.

Die Wirtschaftskraft Spaniens werde 2012 um 1,5 Prozent schrumpfen, unkte Spaniens Notenbank erst vor wenigen Wochen. Die Arbeitslosenquote werde infolge der Rezession auf 23,4 Prozent steigen. Hauptgrund: ein starker Rückgang der Inlandsnachfrage.

Spaniens Volkswirtschaft - die viertgrößte der Euro-Zone - hatte gerade erst eine zweijährige Rezession überstanden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes war 2009 um 3,7 Prozent geschrumpft, 2010 um 0,1 Prozent. Anfang 2011 hatte die Wirtschaftsleistung wieder leicht zugelegt, gegen Ende des Jahres kam das Wachstum jedoch wieder zum Erliegen, mit einem Minus von 0,3 Prozent im letzten Quartal. Unterm Strich blieb im Gesamtjahr dennoch ein Plus von 0,7 Prozent.

kst/dpa

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