Vor Steuererhöhungen Deutsche Raucher hamstern Tabak

2011 legte der Absatz von Tabakprodukten in Deutschland deutlich zu. Besonders viele Zigaretten verkaufte die Branche kurz vor den zwei Steuererhöhungen im Mai und Januar.
Unbeirrter Raucher: Dem Staat brachte die Sucht 14,5 Milliarden Euro ein

Unbeirrter Raucher: Dem Staat brachte die Sucht 14,5 Milliarden Euro ein

Foto: DPA

Wiesbaden - Der höheren Tabaksteuer zum Trotz bleiben Deutschlands Raucher ihrem Laster treu. Der Absatz von Zigaretten, Feinschnitt, Zigarren und Pfeifentabak stieg im vergangenen Jahr um 8,8 Prozent, wie das Statistischen Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden berichtete.

So legte der Verkauf versteuerter Zigaretten um 4,8 Prozent, von Pfeifentabak um 21,1 Prozent, von Zigarren sowie Zigarillos um 6,3 Prozent und von Feinschnitt um 6,1 Prozent zu. Insgesamt wurden Tabakwaren mit einem Kleinverkaufswert im Handel von 24,5 Milliarden Euro versteuert - ein Plus von rund zwei Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr.

Vor allem vor den beiden Steuererhöhungen im Mai 2011 und zum 1. Januar 2012 stiegen die Absatzmengen deutlich an. Die Statistiker gehen daher von Hamsterkäufen aus: Der Handel wolle seine Kunden länger günstiger bedienen.

Der Fiskus profitierte und nahm mehr Geld aus der Tabaksteuer ein: Die Raucher in Deutschland bezahlten für ihr Laster knapp 14,5 Milliarden Euro Steuern und damit 8,4 Prozent mehr als 2010.

Der Verband der deutschen Rauchtabakindustrie verwies auf den "Hintergrund eines allgemein guten Konsumklimas und steigender Beschäftigtenzahlen". Die "moderate" Tabaksteuererhöhung habe den erwünschten Effekt erzielt, die Staatseinnahmen zu steigern und die Märkte zu stabilisieren.

ak/dpa/dapd
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