US-Republikaner Multimillionär Romney zahlt Ministeuersatz

Unter wachsendem Druck hat der Favorit für die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner, Mitt Romney, die Offenlegung seiner Steuererklärung angekündigt. Zudem hat er eingeräumt, dass er derzeit nur 15 Prozent Einkommenssteuer zahlt - trotz eines geschätzten Millionenvermögens.
US-Präsidentschaftsbewerber Romney: Sein Einkommen stammt eigenen Angaben zufolge überwiegend aus in der Vergangenheit gemachten Investitionen

US-Präsidentschaftsbewerber Romney: Sein Einkommen stammt eigenen Angaben zufolge überwiegend aus in der Vergangenheit gemachten Investitionen

Foto: Charles Dharapak/ AP

Myrtle Beach - Nachdem ihn seine Rivalen wegen seiner Vergangenheit als Chef der Investmentfirma Bain Capital angegriffen hatten, räumte der Multimillionär Mitt Romney ein, dass er nur rund 15 Prozent Einkommenssteuer zahle. Der Politiker gilt derzeit als einer der aussichtsreichsten Bewerber der Republikaner für die in diesem Jahr anstehenden Präsidentenwahl.

Romney erklärte seine geringe Steuerlast damit, dass sein Einkommen überwiegend "aus in der Vergangenheit gemachten Investitionen" stamme. Der Multimillionär erwarb sein Vermögen in den 80er und 90er Jahren als Chef der Investmentfirma Bain Capital.

Während Kapitaleinkünfte in den USA nur mit 15 Prozent besteuert werden, liegt die Steuer auf Lohneinkommen bei bis zu 35 Prozent. Wie viele andere wohlhabende US-Bürger profitiert der Ex-Gouverneur von Massachusetts von den unter Ex-Präsident George W. Bush eingeführten Steuervergünstigungen.

Vermögen wird auf 250 Millionen Dollar geschätzt

Nach dem wachsenden öffentlichen Druck zeigte sich Romney bereit, im April seine Steuererklärungen offenzulegen. "Darin gibt es nichts, was auf ein Problem hindeuten könnte. Ich mache das gerne", sagte er. In der Vergangenheit haben Präsidentschaftskandidaten in den USA ihre persönlichen Finanzen traditionell offengelegt. Romneys Vermögen wird auf bis zu 250 Millionen Dollar geschätzt.

Das Weiße Haus wertete den Wirbel um Romneys Steuererklärung als Beleg für die Debatte um die wachsende soziale Ungleichheit in den USA. Sprecher Jay Carney betonte, Präsident Barack Obama vertrete die Ansicht, dass die Reichen "ihren gerechten Anteil" zahlen müssten. Es sei unfair, wenn Millionäre nur 15 Prozent Steuern zahlten, während die Abgaben für Menschen mit einem Jahreseinkommen von 50.000 oder 75.000 Dollar viel höher seien.

Romney hatte die ersten beiden Vorwahlen der Republikaner in Iowa und New Hampshire gewonnen und gilt als aussichtsreichster Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei. Meinungsforscher sehen ihn auch bei der nächsten Vorwahl in South Carolina am Samstag vorne. Einer am Dienstag veröffentlichten Erhebung des Gallup-Instituts zufolge sprachen sich 37 Prozent der Republikaner in den USA für Romney als Kandidaten aus.

mg/afp/dapd
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