Sonntag, 8. Dezember 2019

Monti in Berlin Merkel lobt Italiens Sparkurs

Lob und Anerkennung: Italiens Ministerpräsident Monti und Angela Merkel heute in Berlin

Optimistische Töne von der Bundeskanzlerin: Nach einem Treffen mit Italiens Ministerpräsidenten Mario Monti lobte Angela Merkel die Sparanstrengungen des südeuropäischen Landes. Beobachter glauben dagegen, dass die Euro-Krise ihren Höhepunkt noch nicht überschritten hat.

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Italien große Fortschritte auf dem Weg aus der Schuldenfalle bescheinigt. Die Regierung in Rom habe innerhalb von wenigen Tagen "wichtige und bemerkenswerte Maßnahmen ergriffen", sagte Merkel nach einem Treffen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti am Mittwoch in Berlin. Dies werde Italien stärken und dessen wirtschaftliche Perspektiven verbessern.

Schon am 20. Januar werde sie mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy nach Rom reisen, um den engen Austausch mit Monti fortzusetzen. Monti sagte, die zurückhaltenden Reaktionen der italienischen Öffentlichkeit auf die Sparmaßnahmen verdiene den Respekt Europas. Die EU könne sich darauf verlassen, dass Italien seiner Verantwortung bei der Widerherstellung von Stabilität in Europa gerecht werde.

Die Übergangsregierung in Rom hat ein Sparpaket im Volumen von 33 Milliarden Euro auf den Weg gebracht, das vom Parlament bereits gebilligt wurde. Der frühere EU-Kommissar Monti hatte Mitte November das Amt des Regierungschefs übernommen, nachdem Ministerpräsident Silvio Berlusconi unter der Last der Schuldenkrise und persönlicher Verfehlungen zurückgetreten war.

Auch Bankenpräsident Andreas Schmitz hat sich zuversichtlich zu Italien geäußert. Das Land habe eine "gute Industrie" und könne deshalb die Schuldenkrise bewältigen, sagte er in Berlin.

Einer Umfrage unter Volkswirten zufolge haben die Euro-Länder in der Schuldenkrise jedoch das Schlimmste noch vor sich. Zu diesem Schluss kamen 55 von 64 befragten Experten. Lediglich neun waren der Ansicht, dass die Euro-Zone bereits die Kurve bekommen habe. Ein Auseinanderbrechen der Währungsunion befürchten jedoch die wenigsten. Nur zehn gingen davon aus, dass die Euro-Zone das Jahr 2012 in ihrer jetzigen Form nicht überstehen werde.

cr/rtr/apd

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