Samstag, 21. September 2019

Verblüffte Steuerfahnder Vermeintlich arme Italiener fahren Ferrari

Ferrari auf der Via del Corso in Rom: Italienische Luxusautobesitzer rechnen sich arm

Italiens Probleme mit der allgegenwärtigen Steuerhinterziehung sind bekannt. Wie dreist sich die Besitzer von Ferraris und anderer Luxusautos arm rechnen, erstaunt aber selbst die hartgesottenen italienischen Steuerfahnder.

Cortina d'Ampezzo - Die italienischen Steuerfahnder, die zu einer Blitzaktion im noblen Wintersportort Cortina d'Ampezzo einrückten, müssen sehr gestaunt haben: Als sie mehr als 250 Besitzer von Ferraris und anderen Luxusautos kontrollierten, gaben 42 von ihnen an, sie kämen finanziell gerade so über die Runden. Ihre offiziell versteuerten Einkommen lagen bei jährlich 30.000 Euro brutto oder weniger.

Mehr als 50 der Nobelautos waren außerdem auf Firmen angemeldet, die 2009 und 2010 angeblich Verluste gemacht oder aber nur mäßige Einnahmen gemeldet hatten. Italienische Medien schrieben voller Spott von "Armen in Luxusautos" und "Fantasie-Abrechnungen".

Die etwa 80 Steuerinspektoren kontrollierten in dem Dolomitenort auch Dutzende Restaurants und Geschäfte. Mit dem Ergebnis, dass sich die Zahl der ordnungsgemäßen Rechnungen in den Lokalen in den Tagen darauf um bis zu 300 Prozent erhöhte, in Luxusgeschäften um bis zu 400 Prozent - aus offensichtlicher Furcht vor den Fahndern.

Abrechnungen unter der Hand und Steuerhinterziehung kosten den italienischen Staat jedes Jahr Milliarden. Die neue Regierung unter Mario Monti will im Zuge ihres Sparkurses verstärkt dagegen vorgehen.

nck/dpa

© manager magazin 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung