Ärger über Regierung Griechische Topsteuerfahnder geben auf

Sie sollten den Kampf gegen Steuerhinterziehung anführen, nun haben zwei griechische Ermittler ihren Rückzug erklärt. Die Staatsanwälte klagen darüber, in ihrer Arbeit behindert worden zu sein. Finanzminister Venizelos fordert die beiden auf, Namen zu nennen.
Schwierige Lage: Griechnlands Steuersystem in der Kritik

Schwierige Lage: Griechnlands Steuersystem in der Kritik

Foto: istockphoto/ Nikada

Athen - Zwei Spezialisten der Athener Staatsanwaltschaft für große Steuerhinterzieher sind zurückgetreten. Die Ermittler beklagten sich über "Interventionen" bei ihrer Arbeit und warfen der Regierungskoalition vor, sie loswerden und ersetzen zu wollen. Genauer ausgeführt haben die Staatsanwälte ihre Vorwürfe aber bislang nicht.

Grigoris Peponis und Spyros Mouzakitis waren erst im September eingesetzt worden, um besonders drastische Steuersünden von Bürgern und Unternehmen aufzudecken. Steuerhinterziehung ist ein wichtiger Grund für die dramatische Finanzlage Griechenlands. Experten haben ausgerechnet, dass das Land binnen zehn Jahren kein Finanzproblem mehr hätte, wenn der Staat alle Steuern eintreiben könnte.

Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Untersuchung des Rücktritts an. Finanzminister Evangelos Venizelos und sein Justiz-Kollege Miltiadis Papaioannou riefen die beiden Ermittler auf, diejenigen zu nennen, die Druck auf sie ausgeübt haben.

Auch in den griechischen Steuerbehörden gibt es Ärger: Die Angestellten haben am Donnerstag einen 48-stündigen Streik begonnen. Mit der Arbeitsniederlegung protestieren sie gegen die Sparmaßnahmen der Regierung, die auch Lohnkürzungen im öffentlichen Dienst vorsehen.

Da zu erwarten war, dass viele Anlaufstellen der Steuerbehörden die letzten beiden Werktage des Jahres geschlossen bleiben würden, hatten Hunderte Griechen am Mittwoch versucht, in letzter Minute mit ihren Anliegen durchzukommen. Wegen einer Erhöhung der Kfz-Steuer etwa wollen viele im kommenden Jahr auf ihre Autos verzichten.

cte/dpa/dapd
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