Waffendeal USA liefern Abfangraketen an Emirate

Nicht nur der Iran geht militärisch auf Konfrontationskurs. Auch die USA zeigen unverhohlen ihre Möglichkeiten am Golf. Nach einem Waffendeal mit den Saudis liefert Washington nun auch für eine Milliardensumme Raketen an die Scheichs in die Vereinigten Arabischen Emirate.
Boden-See-Rakete des Iran: Derzeit Manöver in der Straße von Hormus

Boden-See-Rakete des Iran: Derzeit Manöver in der Straße von Hormus

Foto: AP/ Fars News

Washington - Die USA haben die Lieferung von Abfangraketen an die Vereinigten Arabischen Emirate bekannt gegeben. Der Milliardendeal umfasse zwei Werferbatterien mit 96 Raketen sowie Radaranlagen und Ausbildung, meldete der US-Sender CNN am Samstag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Washington. Die USA modernisieren zeitgleich auch die Raketenabwehrsysteme Kuwaits und Saudi-Arabiens.

Der Iran testet bei den laufenden Manövern Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite von 2000 Kilometern. Nach iranischen Drohungen mit der Schließung der Meerenge von Hormus für den Ölhandel sind die Spannungen am Persischen Golf gestiegen. Die USA hatten angekündigt, eine Blockade des wichtigen Handelsweges auf keine Fall zu tolerieren.

Der Wert des am Ersten Weihnachtstag geschlossenen Vertrages über die Abfangraketen liegt bei 3,48 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro). Die USA und die Vereinigten Emirate "unterhalten ein starkes Verteidigungsbündnis, dem das gemeinsame Interesse einer sicheren und stabilen Goldregion zugrunde liegt", teilte das Pentagon mit.

Die Raketen des Typs THAAD (Terminal High Altitude Area Defense) wurden für das Abfangen ballistischer Kurz- und Mittelstreckenraketen entwickelt. Sie tragen keinen Sprengsatz, sondern zerstören die angreifende Rakete durch ihren Aufprall. Die THAAD-Raketen werden von Fahrzeugen aus abgefeuert und können dem Hersteller Lockheed Martin zufolge Raketen innerhalb wie außerhalb der Atmosphäre abfangen. Die dazu gehörenden Radarsysteme werden von Raytheon geliefert.

Erst am Donnerstag hatte die US-Regierung den Verkauf von 84 hochmodernen Kampfjets des Typs F-15 an Saudi-Arabien bekanntgegeben. Außerdem sollen 70 Maschinen der saudischen Luftwaffe modernisiert werden. Das Geschäft im Wert von 30 Milliarden Dollar (23,2 Milliarden Euro ist Teil eines Gesamtpakets von Rüstungslieferungen über die doppelte Summe, das der Kongress 2010 gebilligt hatte.

"Dieses Rüstungsgeschäft sendet die klare Botschaft in die Region, dass die USA sich der Stabilität am Golf und im weiteren Nahen Osten verpflichtet fühlen", hatte der Staatssekretär für Militärfragen im Außenministerium, Andrew Shapiro, gesagt. Die Waffen seien auf die Bedürfnisse Saudi-Arabiens ausgerichtet. Shapiro nannte den Iran als eine der Bedrohungen. Das Rüstungsgeschäft ziele aber nicht ausschließlich gegen Teheran, unterstrich er.

kst/dpa
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