Minus 5 Prozent Deutschlands Energiehunger in 2011 gesunken

Atomausstieg, Energiewende, milde Temperaturen: Deutschland hat im Jahr 2011 etwa 5 Prozent weniger Energie verbraucht als im Vorjahr. Noch stärker allerdings waren die Änderungen in der Energieerzeugung infolge der Energiewende. Auch der CO2-Ausstoß ist deutlich gesunken.  
Energieverbrauch in Deutschland: Weniger Bedarf als im Vorjahr

Energieverbrauch in Deutschland: Weniger Bedarf als im Vorjahr

Foto: PHIL NOBLE/ REUTERS

Köln - Der Energieverbrauch in Deutschland ist in diesem Jahr deutlich gesunken. Er werde voraussichtlich um knapp fünf Prozent auf 13.411 Petajoule (PJ) zurückgehen, teilte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen am Dienstag mit. Hauptgrund dafür sei die milde Witterung gewesen: Im Januar war der kalte, schneereiche Winter bereits wieder zuende. Dazu kamen hohe Energiepreise mit entsprechend abschreckender Wirkung.

Ein zusätzlicher statistischer Effekt ergebe sich aus dem Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sowie Kraftwerken mit hoher Effizienz, sagte Uwe Maaßen, der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft.

Bereinigt um Temperatureffekte wäre der Energieverbrauch 2011 nur um ein Prozent gesunken. Der Mineralölverbrauch fiel auf das niedrigste Niveau seit über 20 Jahren. Die Atomenergie verminderte ihren Beitrag zur Energiebilanz als Folge des Ausstiegsbeschlusses im Jahresverlauf um knapp 23 Prozent.

Die erneuerbaren Energien legten 2011 insgesamt um 4,1 Prozent zu. Mit einem Beitrag von 1449 Petajoule steigerten sie ihren Anteil am Energieaufkommen auf knapp 11 Prozent. Aufgrund des rückläufigen Energieverbrauchs verminderte sich den Angaben zufolge der energiebedingte CO2-Ausstoß um mehr als 3 Prozent.

Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen wird von sieben Verbänden der deutschen Energiewirtschaft und drei Forschungsinstituten getragen. Dazu gehören der Gesamtverband Steinkohle, der Mineralölwirtschaftsverband und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

kst/dpa
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