Tod von Kim Jong Il Kim Jong Un wird "großer Nachfolger"

Nach dem Tod des nordkoreanischen Dikatators Kim Jong Il hat sein Sohn Kim Jong Un offiziell die Macht im Staat übernommen. China hat indes sein "aufrichtiges Beileid" bekundet, Südkorea seine Truppen in Alarmbereitschaft versetzt.
Vater und Sohn: Kim Jong-il (rechts) und sein jüngster Sohn und Nachfolger Kim Jong-un (links) bei einem Fototermin mit Vertretern der koreanischen Arbeiterpartei

Vater und Sohn: Kim Jong-il (rechts) und sein jüngster Sohn und Nachfolger Kim Jong-un (links) bei einem Fototermin mit Vertretern der koreanischen Arbeiterpartei

Foto: REUTERS/ KCNA

Seoul - Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il ist tot. Das gab das nordkoreanische Staatsfernsehen am Montag in einer Sondersendung aus der Hauptstadt Pjöngjang bekannt. Demnach starb Kim bereits am Samstag in einem Zug an Herzversagen, als er im Rahmen einer "Feldinspektion" unterwegs war. Eine am Sonntag erfolgte Autopsie habe die Todesursache bestätigt. Kim wurde 69 Jahre alt.

"Es ist der größte Verlust für unserer Partei und der größte Trauerfall für unser Volk", erklärte eine in schwarz gekleidete Nachrichtensprecherin unter Tränen. Das Land müsse "unsere Traurigkeit nun in Stärke umwandeln und unsere Schwierigkeiten überwinden."

Im Jahr 2008 erlitt Kim vermutlich einen Schlaganfall. Zuletzt hatte er jedoch auf Fotos und Videoaufnahmen seiner jüngsten Reisen nach China und Russland sowie zahlreichen Inlandsreisen einen relativ rüstigen Eindruck hinterlassen. Allerdings soll Kim eine Vorliebe für Zigaretten, Cognac und gutem Essen gehabt und an Diabetes gelitten haben.

Jüngster Sohn wird zum Nachfolger

Nach dem Tod des langjährigen Machthabers haben die nordkoreanischen Staatsmedien seinen jüngsten Sohn Kim Jong Un den "großen Nachfolger" genannt. "An der Spitze der koreanischen Revolution steht nun Kim Jong Un, großer Nachfolger der revolutionären Juche und herausragender Führer von Partei, Armee und Volk", meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Montag. Juche ist die offizielle Ideologie Nordkoreas und bedeutet so viel wie Autarkie oder Selbstständigkeit.

"Kim Jong Uns Führung garantiert die glaubwürdige Fortführung über die kommenden Generationen bis zur Vollendung der revolutionären Juche, die einst Kim Il Sung begann und die Kim Jong Il zum Sieg führte", hieß es in dem Bericht weiter. Die Nachrichtenagentur rief alle Parteimitglieder, Beamten und Bürger auf, der Führung des neuen Staatschefs treu zu folgen.

Kim Jong Un, der Ende zwanzig sein soll, war von seinem Vater Kim Jong Il in den vergangenen Jahren als sein Nachfolger aufgebaut worden. Nach dem Tod des langjährigen Machthabers im Alter von 69 Jahren an einem Herzinfarkt am Samstagmorgen, wurde Kim Jong Un offiziellen Angaben zufolge zu seinem Nachfolger an der Spitze des autoritär regierten Staates ernannt.

Südkorea versetzt Truppen in Alarmbereitschaft

Nach dem Tod des langjährigen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il hat der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak seine Landsleute zur Ruhe aufgerufen. Der Staatschef bitte die Menschen, "ohne Unruhe ihren gewohnten Geschäften nachzugehen", sagte ein Vertreter des südkoreanischen Präsidialamtes am Montag im Fernsehen. Nur zwei Stunden nachdem die Nachricht vom Tod Kim Jong Ils verbreitet wurde, hatte Lee demnach bereits mit US-Präsident Barack Obama telefoniert. Beide Politiker hätten vereinbart, eng zusammenzuarbeiten und die Lage in Nordkorea genau zu beobachten.

Wie das Weiße Haus in Washington mitteilte, bekräftigte Obama in dem Telefonat, dass sich die USA weiter für Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und die Sicherheit Südkoreas einsetzten wollten.

Nach der Todesnachricht waren die südkoreanischen Truppen in Alarmbereitschaft versetzt worden. Wie ein Sprecher des Generalstabs sagte, wurde zudem die Luftüberwachung an der Grenze verstärkt. Jede Bewegung der nordkoreanischen Armee werde genau beobachtet, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministerium in Seoul. Zunächst sei jenseits der Grenze jedoch nichts besonders passiert.

China sendet "aufrichtiges Beileid"

Nach dem Tod von Machthaber Kim Jong Il hat China am Montag Nordkorea sein "aufrichtiges Beileid" ausgesprochen. Peking sei schockiert über Kims Tod und sende dem nordkoreanischen Volk "herzliche Grüße", sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Ma Zhaoxu. China gilt als engster Verbündetes des international weitgehend isolierten Regimes in Nordkorea und unterstützt das Nachbarland regelmäßig mit Nahrungsmittel- und Benzinlieferungen. Allein in diesem Jahr war Kim zweimal zu Besuch in China.

Auch Japan hat nach dem Tod des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Il seine Anteilnahme bekiundet. "Die Regierung drückt nach der plötzlichen Nachricht über den unerwarteten Tod des Präsidenten der Nationalen Verteidigungskommission Nordkoreas, Kim Jong Il, ihr Beileid aus", sagte Regierungssprecher Osamu Fujimura am Montag in Tokio.

dapd/afp/krk
Mehr lesen über