Orkanartige Böen Sturmtief "Joachim" erreicht Deutschland

Mit Sturm, Regen und Schnee bewegt sich der Orkan "Joachim" vom Westen her auf Deutschland zu. In Frankreich und der Schweiz hat das Sturmtief bereits für zahlreiche Schäden gesorgt, unter anderem ist ein Frachter gestrandet.
Französische Hafenstadt Saint Malo: Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern traf das Sturmtief "Joachim" in der Nacht auf die französische Küste

Französische Hafenstadt Saint Malo: Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern traf das Sturmtief "Joachim" in der Nacht auf die französische Küste

Foto: DAMIEN MEYER/ AFP

Offenbach - Das Sturmtief "Joachim" hat Deutschland mit orkanartigen Böen erreicht. Im Saarland seien bereits Böen mit Geschwindigkeiten von 104 Stundenkilometer gemessen worden, auf dem Feldberg im Schwarzwald Böen von 158 Stundenkilometern, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes. Auch auf den Alpengipfeln gebe es schwere Orkanböen.

"Joachim" werde sich im Laufe des Freitags noch weiter verstärken und starke Niederschläge mit sich bringen, von denen vor allem Bayern, Sachsen und Thüringen betroffen seien. So sei von der Rhön bis in den Thüringer Wald in Lagen bis zu 400 Metern Höhe mit starken Schneefällen zu rechnen, die wegen des starken Winds auch zu Schneeverwehungen führen werden. Dies werde zu erheblichen Behinderungen im Straßenverkehr führen. Die Stürme halten laut Deutschem Wetterdienst bis in den Samstag hinein an.

Zuvor hatte das Sturmtief mit Windgeschwindigkeiten bis Tempo 130 in Frankreich für zahlreiche Schäden gesorgt. Vor der Bretagne strandete der 109 Meter lange Frachter "TK Bremen" (Malta-Flagge) mit 19 Mann an Bord. Bei rund 400.000 Haushalten im Westen des Landes fiel der Strom aus. Zahlreiche Bäume stürzten um und behinderten den Autoverkehr.

Der Bahnverkehr war ebenfalls stark gestört. Auf der Strecke Angers-Nantes fiel ein Silo auf die Gleise. Ein gutes Dutzend Züge auf der Strecke Paris-Orléans-Tours fiel aus. In der Vendée wurde ein Haus mit 48 Bewohnern geräumt, weil es unter dem Meeresspiegel liegt und eine Überflutung der Düne befürchtet wurde.

In der Schweiz entgleiste ein Zug. Bei dem Unfall im Nordwesten des Landes wurden nach Angaben der Polizei am Freitagmorgen drei Menschen leicht verletzt, darunter der Lokführer. Der Zug kam demnach in einem Wald zwischen den Gemeinden Tavannes und Tramelan von den Gleisen ab.

mg/afp/dapd
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